EMA und FDA definieren Leitlinien für KI in der Arzneimittelentwicklung

Künstliche Intelligenz gewinnt in Forschung, klinischer Entwicklung, Herstellung und Pharmakovigilanz an Bedeutung. EMA und FDA haben nun gemeinsame Grundsätze formuliert, die den sicheren, ethischen und regulatorisch konformen Einsatz von KI in der Arzneimittelentwicklung steuern sollen.

Innovationen Forschung

Gemeinsame Leitlinien für den Einsatz von KI im Arzneimittelzyklus

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) und die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) haben zehn gemeinsame Prinzipien für den verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Arzneimittelentwicklung definiert. Sie gelten für alle Phasen des Lebenszyklus eines Arzneimittels – von der präklinischen Forschung über klinische Studien bis hin zu Herstellung, Zulassung und Pharmakovigilanz.

Ziel: Innovation fördern und Patientensicherheit sichern

KI soll Entwicklungszeiten verkürzen, regulatorische Prozesse effizienter machen und die Vorhersage von Wirksamkeit und Toxizität verbessern. Gleichzeitig betonen EMA und FDA, dass der Einsatz neuer Technologien die grundlegenden Anforderungen an Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit von Arzneimitteln nicht unterlaufen darf. Patientensicherheit bleibt der zentrale Maßstab.

Die zehn Prinzipien guter KI-Praxis

Die Leitlinien basieren auf einem prinzipienorientierten Ansatz und adressieren unter anderem:

Menschzentrierung und EthikKI

  • Systeme müssen ethischen Prinzipien folgen, diskriminierungsfrei funktionieren und so gestaltet sein, dass sie menschliche Entscheidungen unterstützend – nicht ersetzend – ergänzen.

Risikobasierter Ansatz

  • Validierung, Überwachung und Risikominderung richten sich nach dem jeweiligen Einsatzkontext und dem potenziellen Einfluss auf Patienten.

Klare Zweckbestimmung

  • Für jede KI-Anwendung muss der Kontext der Nutzung klar definiert sein, inklusive Rolle und Grenzen im Entwicklungsprozess.

Datenqualität und Governance

  • Datenherkunft, Verarbeitung und Analyseentscheidungen müssen nachvollziehbar dokumentiert und überprüfbar sein,in Übereinstimmung mit GxP Anforderungen (Good Practice Regelwerke der Arzneimittelentwicklung).

Modell- und Systementwicklung

  • KI-Modelle sollen transparent, robust und erklärbar sein. Interpretierbarkeit und prädiktive Leistungsfähigkeit sind zentrale Qualitätskriterien.

Lebenszyklus-Management

  • KI-Systeme benötigen kontinuierliche Überwachung und regelmäßige Neubewertung, um Leistungsabfall, etwa durch Daten-Drift, frühzeitig zu erkennen.

Bedeutung für pharmazeutische Unternehmen und Zulassungsinhaber

Die Prinzipien richten sich an Entwickler, Zulassungsinhaber und Antragsteller gleichermaßen. Sie sollen als Grundlage für zukünftige Leitlinien in den jeweiligen Rechtsräumen dienen und die internationale Harmonisierung fördern. In der EU baut die laufende Leitlinienentwicklung auf dem EMA-Reflexionspapier zu KI aus dem Jahr 2024 auf.

Internationale Zusammenarbeit als Schlüssel

Die Initiative ist Teil der vertieften EU-US-Kooperation im Bereich neuer Medizintechnologien. Ziel ist es, regulatorische Exzellenz, Innovationsfähigkeit und globale Konvergenz zu stärken. EMA und FDA wollen damit den verantwortungsvollen Einsatz von KI weltweit fördern und gleichzeitig hohe Standards für Sicherheit und Qualität sichern.

Autor:
Stand:
16.02.2026
Quelle:

European Medicines Agency (EMA) & U.S. Food and Drug Administration (FDA), Guiding principles of good AI practice in drug development, 14. Januar 2026.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde redaktionell verantwortet. KI-gestützte Werkzeuge wurden unterstützend eingesetzt. Die inhaltliche Prüfung erfolgte anhand der Originalquellen.

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