Tiefschlaf fungiert als eine Art „Reinigungsmechanismus“ für das Gehirn. Während des Tiefschlafs werden schädliche Substanzen wie Amyloid-beta und Tau aus dem zentralen Nervensystem entfernt. Diese Proteine gelten als mögliche Ursache für Alzheimer, da ihre Ansammlung im Gehirn zu Schäden und dem Absterben von Nervenzellen führen kann. Verkürzte Tiefschlafphasen könnten diesen Reinigungsprozess beeinträchtigen und das Risiko für Alzheimer erhöhen.
Eine neue Studie untersucht daher den möglichen Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und der Krankheitsentwicklung. Das Ziel der Forschung ist es, herauszufinden, ob die Behandlung von Schlafstörungen das Risiko für Alzheimer verringern kann.
Studie untersucht Tiefschlafdauer bei Alzheimer-Patienten
Um den Zusammenhang zwischen Tiefschlaf und der Ansammlung schädlicher Proteine zu untersuchen, wurde eine Studie durchgeführt, in der die Tiefschlafdauer von Menschen im Frühstadium der Alzheimer-Krankheit mit einer gesunden Kontrollgruppe verglichen wurde. Die Schlafphasen der Teilnehmer wurden mittels elektronischer Stirnbänder überwacht, und die Menge der schädlichen Proteine wurde durch Durchführung einer PET (Positronen-Emissions-Tomographie) gemessen. Die Ergebnisse der PET-Scans geben Aufschluss über die Ablagerung von Amyloid-beta und Tau im Gehirn.
Erste Erkenntnisse: Zusammenhang zwischen Tiefschlaf und Proteinablagerungen
Die ersten Ergebnisse der Studie zeigen, dass verkürzte Tiefschlafphasen mit einer stärkeren Ablagerung von Amyloid-beta und Tau im Gehirn einhergehen. Personen mit Alzheimer wiesen kürzere Tiefschlafphasen und eine höhere Häufigkeit von nächtlichem Erwachen auf. Dies könnte zur weiteren Anhäufung der Proteine und zum Fortschreiten der Krankheit beitragen.
Nimmt die Schlafqualität Einfluss auf den Krankheitsverlauf?
Auf Basis der bisherigen Erkenntnisse planen die Forschenden, den Einfluss der Tiefschlafdauer und der Schlafqualität auf den Krankheitsverlauf weiter zu untersuchen. Sollte eine verbesserte Schlafqualität dazu beitragen, die Ansammlung schädlicher Proteine zu reduzieren, könnte die Behandlung von Schlafstörungen ein vielversprechender Ansatz zur Prävention von Alzheimer sein.
Ein neues Forschungsprojekt wird die Probanden über weitere 18 Monate hinweg begleiten.




