Auswirkungen von SERT-integrierter PAT

Die PATs stellt eine wirkungsvolle Therapieoption zur Behandlung verschiedener psychischer Erkrankungen dar. Doch wie wichtig ist die Berücksichtigung spiritueller, existentieller, religiöser und theologischer Komponenten und welche Gefahren birgt diese?

Psychotherapie

Psychedelisch unterstützte Therapien

Bei der PAT (psychedelisch unterstützten Therapie [psychedelic-assisted therapie]) handelt es sich um ein psychotherapeutisches Behandlungsverfahren, bei dem eine überwachte Verabreichung psychedelischer Substanzen zur Ergänzung der Therapie genutzt wird. PATs zeigen ein wachsendes Potential, sich als wirksame Option zur Behandlung verschiedener medizinischer und psychiatrischer Erkrankungen herauszustellen. Dennoch werden sie derzeit noch nicht als etablierte Behandlungsoption angesehen.

SERT-integrierte PAT

Da darüber hinaus die psychotherapeutischen Komponenten der Behandlung ausschlaggebend für den Erfolg einer PAT sind, müssen diese genauestens auf die PAT abgestimmt und optimal ausgewählt werden. Aufgrund der Bedeutung von SERT- (spirituellen, existenziellen, religiösen, theologischen [spiritual, existential, religious, theological]) Aspekten in der PAT wird gefordert, dass eine Integration dieser Elemente in die Therapie vorgenommen wird.

Bedeutung von SERT-Aspekten in der Medizin

Da die SERT-Aspekte häufig für die Gesundheit relevant sind, ist es wichtig, diese in der heutigen Medizin zu berücksichtigen. SERT-Erfahrungen dienen als potenzielle Vermittler und können die therapeutischen Wirkungen der PAT dadurch positiv beeinflussen.

Es ist bewiesen, dass eine SERT-integrierte Psychotherapie den nicht-integrierten Therapien überlegen ist und sich auf die Verbesserung der psychischen Gesundheit auswirken kann. Es konnte festgestellt werden, dass diese Therapien in der Behandlung von Traumata, Essstörungen, schweren psychischen Erkrankungen und Depressionen einen positiven Effekt haben können.

Gefahren SERT-integrierter Versorgung

Sollte eine SERT-integrierte Therapie nicht kontrolliert und in Form von evidenzbasierten Praktiken stattfinden, birgt sie einige besondere Risiken. Unter anderem könnten Patienten auf diese Weise unbeabsichtigte, therapie- und behandlungsbezogene Weltansichten aufgezwungen werden.

Darüber hinaus gilt es zu bedenken, dass Psychedelika, die in der PAT angewandt werden, unter Umständen die Suggestibilität der Patienten erhöhen könnten. Die SERT-assoziierten Auswirkungen der Therapie können die Patienten demnach sowohl kurz- als auch langfristig beeinträchtigen und müssen kritisch betrachtet und berücksichtigt werden.

Subjektive Erfahrungen

Es wurde die Vermutung angestellt, dass subjektive Erfahrungen eine dritte Variable in dieser Therapie darstellen könnten. Die subjektiven Erfahrungen hängen demnach mit einem rein biologischen Wirkmechanismus der PAT zusammen und beeinflussen diese z.B. in Form von Neuroplastizität.

Individualität bei SERT-integrierten Therapien

Die SERT-integrierten Therapien sollten die spirituellen und existenziellen Anliegen und Empfindlichkeiten der einzelnen Patienten berücksichtigen und respektieren. Demnach ist eine spezielle Schulung der behandelnden Kliniker sehr wichtig, damit sie auf eine kulturell sensible und unterstützende Weise auf ihre Patienten reagieren können. Es ist von Bedeutung, dass die kulturellen, geschlechtsspezifischen, sexuellen und religiösen Unterschiede der Patienten respektiert und berücksichtigt werden.

Eine individuelle Einbeziehung von SERT-Komponenten kann sich im Allgemeinen sehr positiv auf die Therapie und damit auf die Gesundheit der betroffenen Patienten auswirken und hat demnach einen besonderen Stellenwert für ihre optimale Behandlung.

Autor:
Stand:
03.07.2023
Quelle:

Palitsky et al. (2023): Importance of Integrating Spiritual, Existential, Religious, and Theological Components in Psychedelic-Assisted Therapies. JAMA Psychiatry, DOI.

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