Erhebliche Zunahme von Demenzfällen in den USA prognostiziert

Der prognostizierte Anstieg von Demenzfällen in den USA bis 2060 könnte das Gesundheitssystem erheblich belasten. Besonders betroffen sind Frauen, Schwarze Menschen und ältere Erwachsene.

Alzheimer

Demenz ist eine progressive Erkrankung, die mit zunehmendem Alter auftritt und sich durch kognitive Defizite wie Gedächtnisverlust, Konzentrationsschwierigkeiten und Entscheidungsprobleme äußert. In den USA stellt die Alterung der Bevölkerung eine zentrale Herausforderung dar. Laut aktuellen Schätzungen sind derzeit etwa 58 Millionen Amerikaner über 65 Jahre alt, was einen erheblichen Einfluss auf die Prävalenz von Demenz hat.

Neue Erkenntnisse zur Lebenszeit-Prävalenz

Eine umfassende Studie, die im Journal Nature Medicine veröffentlicht wurde, zeigt, dass das Risiko für Demenz bei US-Amerikanern ab 55 Jahren 42% beträgt. Die Ergebnisse basieren auf Daten der "Atherosclerosis Risk in Communities Neurocognitive Study" (ARIC-NCS), die seit 1987 die vaskuläre Gesundheit und kognitive Funktion von 16.000 Probanden verfolgt. Dabei wurden 3.252 Fälle von Demenz dokumentiert. Frauen haben mit 48% ein höheres Risiko als Männer (35%), was primär auf ihre längere Lebenserwartung zurückzuführen ist.

Besondere Risikogruppen

Die Studie identifizierte spezifische Risikofaktoren für Demenz:

  • APOE4-Gen: Träger des APOE4-Gens, das mit spät einsetzender Alzheimer-Erkrankung assoziiert ist, haben ein Risiko zwischen 45 und 60%.
  • Schwarze Menschen: Die Lebenszeit-Prävalenz ist in dieser Bevölkerungsgruppe dreimal höher als bei Weißen.
  • Alter über 75 Jahre: Hier steigt das Risiko auf über 50%.

Ursachen und unterrepräsentierte Gruppen

Die früheren Unterschätzungen der Erkrankung sind auf unzuverlässige Dokumentationen und fehlende Erkennung in frühen Stadien zurückzuführen. Vor allem bei Minderheitengruppen, die oft weniger Zugang zu medizinischer Versorgung haben, wird Demenz häufig nicht diagnostiziert.

Handlungsempfehlungen

Die Forscher betonen die Bedeutung präventiver Maßnahmen, darunter:

  • Herz-Kreislauf-Prävention: Blutdruckkontrolle und Diabetesmanagement können das Demenzrisiko senken.
  • Frühdiagnostik bei Hörverlust: Nur ein Drittel der Betroffenen nutzt aktuell Hörgeräte.
  • Ressourcen für benachteiligte Gruppen: Verbesserte Bildung und Ernährung können langfristig das Risiko mindern.

Gesundheitspolitische Maßnahmen dringend erforderlich

Der prognostizierte Anstieg der Demenzfälle erfordert eine verstärkte Aufmerksamkeit seitens der Gesundheitspolitik. Maßnahmen zur Reduzierung der Risikofaktoren und zur Verbesserung des Zugangs zu Diagnostik und Therapie sind dringend notwendig.

Autor:
Stand:
15.01.2025
Quelle:

NYU Langone Health System, Pressemeldung, 15. Januar 2025.

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