Computer Vision Syndrom als Auslöser von Kopfschmerzen
Durch die Digitalisierung ist die Bildschirmzeit stark angestiegen. Egal ob PC, Smartphone, TV oder Tablet, wir verbringen zunehmend mehr Zeit vor digitalen Bildschirmgeräten. Für unsere Augen bleibt das nicht ohne Folgen. Lange Zeiten vor dem PC können das Computer Vision Syndrom (CVS) auslösen, zu dessen Leitsymptomen Kopfschmerzen und Augenbrennen zählen. „Studien weisen darauf hin, dass jeder Zweite, der Computer und Smartphones intensiv nutzt, unter CVS leidet“, erklärt Professor Dr. med. Wolf Lagrèze, Experte der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG), in einer Pressemeldung.
Wie kommt es zum Computer Vision Syndrom?
Das Computer Vision Syndrom entsteht durch eine Überanstrengung der Augen, die vor allem durch lange Bildschirmzeiten verursacht wird. Sitzen wir längere Zeit vor einem Bildschirm und fixieren den Blick, verlangsamt sich unbewusst die Lidschlagfrequenz. Die Augen werden weniger gut mit Tränenflüssigkeit befeuchtet und der Tränenfilm wird instabil. In der Folge kommt es zu Augenbrennen und teils auch zu Kopfschmerzen.
Was hilft gegen CVS?
Folgende Maßnahmen helfen, einem CVS vorzubeugen:
- Regelmäßige PC-Pausen.
- In die Ferne schauen.
- Bewusstes Blinzeln oder Schließen der Augen für einige Sekunden.
In der kalten Jahreszeit kann die trockene Heizungsluft den digitalen Sehstress verstärken. „Wohltuend für die Augen ist es auch, weniger zu heizen und regelmäßig zu lüften, um die Luft feuchter zu halten“, so der DOG-Experte.
Wie Gleitsichtbrillen Fehlhaltungen fördern können
Neben dem CVS kann auch eine über die Jahre einsetzende Alterssichtigkeit Kopfschmerzen vor dem Bildschirm begünstigen. Das Sehen im Nahbereich wird mit dem Alter schwieriger, wodurch es zu Ermüdung und einem Druckgefühl im Kopf kommen kann. Der Schritt, mit einer Nahbrille Abhilfe zu schaffen, wird laut Lagrèze oft hinausgezögert.
Neben den Nahbrillen gibt es auch Gleitsichtbrillen mit Nahteil. Der Nachteil einer Gleitsichtbrille: Der Träger sitzt sehr statisch, um die beste Schärfe auf dem Bildschirm beizubehalten. Durch die mangelnde Bewegung von Kopf und Wirbelsäule werden Fehlhaltungen begünstigt, die Kopfschmerzen triggern können. „Die Lösung ist, sich eine extra Computerbrille anfertigen zu lassen, etwa als monofokale Brille für ungefähr 80 Zentimeter Sehentfernung“, sagt der DOG-Experte.
Fehlsichtigkeiten können Kopfschmerzen auslösen
Wie das zuvor angeführte Beispiel der Alterssichtigkeit zeigt, sind nicht oder falsch korrigierte Fehlsichtigkeiten ein Grund für augenbedingte Kopfschmerzen. Die Augen werden überanstrengt und es kommt vor allem am Abend zu Kopfschmerzen. Auch ein nicht erkanntes Schielen kann, durch die verstärkte Anstrengung der Augenmuskeln zur Kompensation, ein Kopfschmerz-Auslöser sein. In der Regel verschwinden die Kopfschmerzen mit der passenden Sehhilfe.
Augenerkrankungen als Kopfschmerz-Auslöser
Kopfschmerzen können begleitend zu verschiedenen Augenerkrankungen auftreten. Starke Kopfschmerzen können bei einem akuten Glaukom-Anfall – einem augenärztlichen Notfall – vorkommen. Auch eine Riesenzellarteriitis kann mit Kopfschmerzen und Sehstörungen einhergehen. Diese Augenleiden sind insgesamt allerdings selten als Auslöser für Kopfschmerzen. Viel häufiger stecken Spannungskopfschmerzen oder Migräne hinter chronischen Kopfschmerzen. Dennoch sei es bei chronischen Kopfschmerzen ratsam, auch einen Augenarzt zu konsultieren, betont der DOG-Experte.




