Kaliumsalz senkt Schlaganfallrezidive – neue Daten zur Hochrisikogruppe

Eine Subgruppenanalyse der SSaSS-Studie zeigt: Kaliumsubstituiertes Salz senkt das Risiko für Schlaganfallrezidiv und Tod bei Schlaganfallpatienten signifikant – eine evidenzbasierte und praktikable Maßnahme zur Sekundärprävention.

Salz

Ein Salzersatz mit reduziertem Natrium- und erhöhtem Kaliumanteil kann bei Schlaganfallpatienten das Risiko eines erneuten Insults deutlich verringern. Das belegt eine aktuelle Subgruppenanalyse der Salt Substitute and Stroke Study (SSaSS), die über 15.000 Patienten mit Schlaganfall einbezog.

Die Ergebnisse zeigen eine signifikante Reduktion der Schlaganfallrezidivrate um 14 % und der Gesamtmortalität um 12 % – bei gleichzeitig stabiler Kaliumbilanz.

Subanalyse der Hochrisikogruppe liefert klare Evidenz

Insgesamt wurden in der Subanalyse 15.249 Patienten mit vorangegangenem Schlaganfall untersucht. Die Studienteilnehmenden erhielten entweder herkömmliches Kochsalz oder einen Ersatz mit 75 % Natriumchlorid und 25 % Kaliumchlorid. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 4,7 Jahre.

Besonders eindrucksvoll: Hämorrhagische Schlaganfälle traten in der Substitutionsgruppe um 30 % seltener auf – korrelierend mit einer leichten, aber signifikanten Blutdrucksenkung (−2 mmHg systolisch).

Sicherheit: Keine vermehrten Hyperkaliämien trotz Kaliumsubstitution

Ein häufig geäußerter Vorbehalt gegenüber kaliumhaltigem Salzersatz ist das potenzielle Risiko für Hyperkaliämie – insbesondere bei älteren oder niereninsuffizienten Patienten. In der vorliegenden Analyse zeigte sich jedoch kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen (RR 1,01; P = 0,96). Auch schwerwiegende Nebenwirkungen wurden nicht vermehrt dokumentiert. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Verwendung bei Hochrisikopatienten mit normalem Kaliumspiegel (oder Kaliumspiegel im Normbereich) und stabiler Nierenfunktion als sicher angesehen werden kann.

Internationale Fachkreise sehen große Relevanz für die Praxis

Kardiovaskuläre Fachgesellschaften und Präventionsmediziner bewerten die Studienergebnisse als klinisch relevant. Die Reduktion sowohl von Re-Insulten als auch von Todesfällen durch eine einfache, kostengünstige Maßnahme bietet großes Potenzial – insbesondere in Regionen mit hohem Salzkonsum oder eingeschränktem Zugang zu medikamentöser Sekundärprävention.

Zudem könnten die Ergebnisse die Debatte um eine verbindliche Salzreduktion in verarbeiteten Lebensmitteln erneut befeuern. In vielen Ländern stammt der überwiegende Teil des Natriums nicht aus dem Salzstreuer, sondern aus industriell hergestellten Produkten. Hier sehen Fachkreise dringenden Handlungsbedarf.

Bedeutung für Prävention und Patientenberatung

Die Ergebnisse der Subgruppenanalyse verdeutlichen, dass bereits einfache diätetische Maßnahmen einen erheblichen Beitrag zur Reduktion vaskulärer Folgeereignisse leisten können. Eine generelle Reduktion des Salzkonsums stößt in der Praxis jedoch häufig auf geringe Akzeptanz – Geschmackseinbußen und Gewohnheit spielen dabei eine Rolle. Kaliumhaltige Salzalternativen könnten hier eine praktikable Lösung darstellen, sofern keine Kontraindikationen wie eine fortgeschrittene Niereninsuffizienz vorliegen.

Für Ärzte in der Primär- und Sekundärprävention eröffnet sich damit ein zusätzlicher, evidenzbasierter Handlungsspielraum. Der gezielte Einsatz kaliumsubstituierter Salzprodukte kann – unter entsprechender Aufklärung und Überwachung – ein wirksamer Bestandteil der Therapie bei Schlaganfallüberlebenden sein.

Autor:
Stand:
06.06.2025
Quelle:
  1. Ding X. et al. (2025): Salt Substitution and Recurrent Stroke and Death: A Randomized Clinical Trial. JAMA Cardiol. doi:10.1001/jama.2024.5417
  2. Neal B. et al. (2021): Effect of Salt Substitution on Cardiovascular Events and Death. NEJM. doi:10.1056/NEJMoa2105675
  3. Jones D. W. et al. (2025): Dietary Sodium- and Potassium-Enriched Salt Substitutes—The Tipping Point? Clinical Trial. JAMA Cardiol. doi:10.1001/jamacardio.2024.5430
  4. Anderer S. et al. (2025): Salt Substitute Cuts Risk of Recurrent Stroke, Death. JAMA. doi:10.1001/jama.2025.1350
  • Teilen
  • Teilen
  • Teilen
  • Drucken
  • Senden