CARE for CAYA-Programm für junge Krebsüberlebende

Frühzeitige Krebserkrankungen können zu neuen körperlichen und psychosozialen Problemen führen. Im CARE for CAYA-Programm werden Betroffene in den Bereichen „körperliche Aktivität“, „Ernährung“ und „Psychoonkologie“ betreut, um das Risiko für Langzeitfolgen zu verringern.

Krebs Mädchen

In Deutschland erhalten jedes Jahr etwa eine halbe Million Patienten die Diagnose Krebs. Dabei sind etwa vier Prozent zum Zeitpunkt der Diagnose zwischen 0 und 39 Jahre alt und zählen damit zur Gruppe der Kinder, Jugendlichen und jüngeren Erwachsenen (children, adolescents and younger adults: CAYAs). Die Überlebensraten liegen bei CAYAs mittlerweile bei über 80%. Junge Überlebende haben jedoch ein erhöhtes Risiko für Langzeitfolgen wie körperliche und psychosoziale Probleme, eine geringere Lebensqualität sowie ein höheres Risiko für Rezidive, sekundäre Krebserkrankungen, kardiovaskuläre Ereignisse, Stress und psychische Störungen.

CARE for CAYA-Programm

Personalisierte Bewegungs- und Ernährungsberatung sowie altersgerechte Interventionen können das Gesundheitsverhalten, die Lebensqualität und die psychosoziale Situation von CAYAs verbessern. Jedoch gibt es nur wenige Studien dazu. Deswegen wurde das CARE for CAYA-Programm (CFC-P) als multimodales Nachbetreuungsprogramm zur Verbesserung der körperlichen Aktivität, des Ernährungsverhaltens und der psychosozialen Bedürfnisse von CAYAs konzipiert. Das Programm wird deutschlandweit an 14 regionalen CAYA-Zentren angeboten und die Betroffenen individuell betreut, um das Risiko für Langzeitfolgen zu verringern [1].

Studie überprüft Evidenz

Eine wissenschaftliche Begleitstudie hat außerdem bei Patienten im Alter zwischen 15 und 39 Jahren geprüft, ob das Programm wirksam ist und die Betroffenen davon profitieren. Die Ergebnisse wurden nun publiziert [2]. Die CFC-P-Studie war eine interventionelle, multizentrische, zweiarmige, randomisierte klinische Studie, eingebettet in eine laufende Kohortenstudie. Das Ausmaß der Notwendigkeit einer Betreuung wurde zu Beginn und nach 52 Wochen beurteilt. Wenn ein hoher Bedarf festgestellt wurde, erhielt die Interventionsgruppe fünf Beratungen sowie Beurteilungen und Newsletter in den jeweiligen Modulen, während die Kontrollgruppe an nur einer Beratungssitzung teilnahm.

Ergebnisse der Studie

Insgesamt befanden sich 183 Patienten in der Interventionsgruppe und 176 in der Kontrollgruppe. Nach 52 Wochen waren Daten von 274 Patienten (76,3%) auswertbar. Die Bedürfnisse der Teilnehmer wurden in den Bereichen „körperliche Aktivität“, „Ernährung“ und „Psychoonkologie“ ermittelt. Dabei hatten die meisten Teilnehmer in allen drei Bereichen einen hohen Betreuungsbedarf.

Das primäre Ergebnis war die Veränderung des Anteils der CAYAs mit hohem Bedarf nach 52 Wochen. Der primäre Endpunkt wurde nicht erreicht. Sekundäre Endpunkte waren Durchführbarkeit, modulspezifische Endpunkte, Zufriedenheit, Lebensqualität und Müdigkeit. Hier berichteten beide Gruppen über eine verbesserte Lebensqualität, geringere Müdigkeit, Erhöhung der Häufigkeit und Intensität der körperlichen Betätigung und eine hohe Zufriedenheit mit dem CFC-P.

Fazit

Bei CAYAs, die an Gruppen- oder Einzelinterventionen teilnahmen, konnte eine Verbesserung der psychosozialen Ergebnisse festgestellt werden, indem die Symptome von Depression, Angst und posttraumatischem Stress reduziert wurden. Diese Effekte zeigten sich nicht stärker in der Interventionsgruppe mit intensiverem Ansatz, sondern waren deutlich in der gesamten Kohorte erkennbar. Eine weitere Analyse wird notwendig sein, um zu untersuchen, wer am meisten profitiert und welche Interventionskomponenten am effektivsten sind. Da die Zufriedenheit mit dem CFC-P aber sehr hoch war, sollten personalisierte Angebote auf jeden Fall weiterentwickelt werden.

Autor:
Stand:
10.06.2024
Quelle:
  1. Gemeinsamer Bundesausschuss, Innovationsausschuss: Das CARE for CAYA-Programm – Präventionsprogramm für junge Patienten nach überstandener Krebserkrankung im Kindes-, Jugend- und jungen Erwachsenenalter (CAYAs).
  2. Grundherr et al. (2024): A Multimodal Lifestyle Psychosocial Survivorship Program in Young Cancer Survivors. The CARE for CAYA Program—A Randomized Clinical Trial Embedded in a Longitudinal Cohort Study. Jama Network Open, DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2024.2375.
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