Ernährung und Risiko für Prostatakrebs

Laut einer Studie reicht die Einhaltung einer gesunden Ernährungsweise offenbar nicht aus, um das Risiko für Prostatakrebs zu verringern. Typische Komponenten der westlichen Diät würden das Risiko für die Entwicklung von aggressivem Prostatakrebs erhöhen.

Gesunde Ernährung

Ätiologie des Prostatakarzinoms ist weitgehend unbekannt

Für einen möglichen Einfluss von Herkunft, Alter und einem Prostatakarzinom in der Familienanamnese auf die Inzidenz dieses Tumors liegt eine starke Evidenz vor. Die Rolle anderer modifizierbarer Risikofaktoren wie Körperzusammensetzung, körperliche Aktivität, Rauchen, Alkohol oder Ernährung bleibt jedoch umstritten.

Einige Forschungsergebnisse legen nahe, dass ein hohes Gewicht im Erwachsenenalter und ein hoher Körperfettanteil das Risiko für die Entstehung eines Prostatakarzinoms erhöhen. Begrenzte, aber suggestive Belege bringen diesen Tumor mit einem hohen Konsum von kalziumreichen Produkten und niedrigen Konzentrationen von Alpha-Tocopherol und Selen im Plasma in Zusammenhang.

Eine frühere Fall-Kontroll-Studie, die in Spanien durchgeführt wurde, identifizierte drei Ernährungsmuster (westlich, umsichtig und mediterran), die die Ernährung spanischer Frauen charakterisierten, und einige Zusammenhänge mit dem Brustkrebsrisiko aufwiesen. Nach Überprüfung der Anwendbarkeit dieser Muster wurden sie auch in einer anderen Multifall-Fall-Kontroll-Studie in Spanien angewendet. Dabei fanden die Forscher unterschiedliche Assoziationen mit anderen Tumoren, einschließlich Prostatakarzinom. Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass eine möglichst gut am mediterranen Ernährungsmusters orientierte Diät möglicherweise vor aggressiven Prostatakarzinom -Tumoren schützte.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Ernährungsmuster und aggressiven Tumoren?

Um den Einfluss dieser Ernährungsmuster auf das Risiko für Prostatakrebs genauer zu untersuchen, hat ein Team unter der Leitung von Dr. Adela Castelló von der University of Alcalá eine Analyse von Daten aus der spanischen Kohorte der European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC)-Studie durchgeführt. Sie untersuchten drei verschiedene Ernährungsmuster: die westliche, die umsichtige und die mediterrane Diät.

Sie nutzen dafür Daten der spanischen Kohorte der European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC)-Studie. Diese lieferte diätetische und epidemiologische Informationen von 15.296 Männern, die im Zeitraum zwischen 1992 und 1996 rekrutiert und im Mittel 17 Jahre nachbeobachtet worden waren. In dieser Zeit waren 609 Prostatakarzinom -Fälle aufgetreten.

Das westliche Ernährungsmuster bestand aus einer hohen Aufnahme von fettreichen Milchprodukten, verarbeitetem Fleisch, raffiniertem Getreide, Süßigkeiten, kalorienreichen Getränken, Fertiggerichten und Saucen und einer geringen Aufnahme von fettarmen Milchprodukten und Vollkornprodukten.

Das umsichtige Ernährungsmuster war durch eine hohe Aufnahme von fettarmen Milchprodukten, Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und Säften gekennzeichnet. Das mediterrane Ernährungsmuster repräsentierte einen hohen Verzehr von Fisch, Gemüse, Hülsenfrüchten, Salzkartoffeln, Obst, Oliven und Pflanzenöl und einen geringen Verzehr von Säften.

Überraschende Ergebnisse: Gesunde Ernährungsmuster schützten nicht vor Prostatakrebs

Trotz der allgemeinen Annahme, dass gesunde Ernährungsmuster das Krebsrisiko senken können, fanden die Forscher keine Verbindung zwischen den umsichtigen und mediterranen Diäten und einem reduzierten Risiko für Prostatakrebs.

Westliche Essgewohnheiten erhöhen das Risiko für aggressiven Prostatakrebs

Im Gegensatz dazu fanden die Forscher Hinweise darauf, dass eine hohe Adhärenz an die westliche Diät – gekennzeichnet durch einen hohen Konsum von fetthaltigen Milchprodukten, verarbeitetem Fleisch, raffiniertem Getreide, Süßigkeiten, kalorienreichen Getränken, Fertiggerichten und Saucen – das Risiko für aggressive Tumoren erhöhte.

Der Effekt zeigte sich nur bei aggressiven Tumoren vom Gleason-Grad >6 (und insbesondere bei Tumoren vom ISUP (International Society of Urological Pathology)-Grad 3, 4 und 5

Obwohl weitere Forschung benötigt wird, um diese Ergebnisse zu bestätigen, deutet die aktuelle Studie darauf hin, dass Männer, insbesondere solche mit einem erhöhten Risiko für Prostatakrebs, möglicherweise davon profitieren könnten, die westliche Ernährung zu reduzieren und sich stattdessen auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung zu konzentrieren.

Quelle:

Castelló al. (2023): High adherence to Western dietary pattern and prostate cancer risk: findings from the EPIC-Spain cohort. British Journal of Urology International, DOI: 10.1111/bju.16001

  • Teilen
  • Teilen
  • Teilen
  • Drucken
  • Senden
Orphan Disease Finder
Orphan Disease Finder

Hier können Sie seltene Erkrankungen nach Symptomen suchen: