Eine auf dem 61. Jahreskongress der Society of Thoracic Surgeons (STS) präsentierte Studie liefert neue Erkenntnisse zur optimalen chirurgischen Behandlung von nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) im Frühstadium. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die anatomische Lungenresektion, –– also die Entfernung eines Lungenlappens (Lobektomie) oder eines Lungensegments (Segmentresektion) – im Vergleich zur Keilresektion mit einem verbesserten Langzeitüberleben verbunden sein könnte. Die Pneumektomie als ausgedehnteste Form der anatomischen Resektion wurde nicht untersucht.
Umfassende STS-Datenbank
Die Forscher nutzten Daten aus der "STS General Thoracic Surgery Database" (STS GTSD), einer umfangreichen Datenbank, die Daten der Mehrheit der Operationen von Lungen- und Speiseröhrenkrebs in den USA erfasst. Sie analysierten die Ergebnisse von über 32.000 Patienten mit NSCLC im Stadium IA, die sich einer Lungenresektion unterzogen hatten. Der National Death Index und die Datenbank der Centers for Medicare and Medicaid Services lieferten bis zu zehn Jahre an Überlebensdaten.
Die Studie ergab, dass die Lobektomie die höchsten Überlebensraten aufwies, mit einem Fünf-Jahres-Gesamtüberleben von 71,9 % und einem Zehn-Jahres-Gesamtüberleben von 44,8 %. Die Segmentresektion zeigte mit einem Gesamtüberleben von 69,6 % über fünf bzw. 44,2 % über zehn Jahre ebenfalls gute Ergebnisse und erwies sich als valide Alternative zur Lobektomie. Beide anatomischen Verfahren, Lobektomie und Segmentresektion, zeigten bessere Ergebnisse als die Keilresektion, bei der das Fünf-Jahres-Gesamtüberleben 66,3 % und das Zehn-Jahres-Gesamtüberleben 41,4 % betrug.
Ergänzung zu randomisierten Studien
Die Studie unterstreicht den Wert von Daten aus dem klinischen Alltag als Ergänzung zu randomisierten kontrollierten Studien (RCT). Während RCTs darauf hindeuten, dass Lobektomie und sublobäre Resektionen (wie Segment- und Keilresektion) gleichwertig sein könnten, liefern diese Real-World-Daten zusätzliche Erkenntnisse, die für verschiedene Patientengruppen und Versorgungsstrukturen relevant sind.
Bei der Entscheidungsfindung hinsichtlich des Resektionsausmaßes bei Patienten mit frühem NSCLC müssen künftig also die Daten aus RCTs und dem klinischen Alltag kombiniert werden. Wenn bei diesen Patienten insbesondere das langfristige Überleben im Vordergrund steht, sollte ihnen entsprechend der Studienergebnisse eher eine anatomische Resektion anstelle einer Keilresektion angeboten werden.








