Das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC) gehört zu den häufigsten Krebsarten weltweit. Um es zu behandeln, ist meist ein multimodales Konzept, bestehend aus Operation, Bestrahlung und systemischer Therapie notwendig – dennoch gelingt eine erfolgreiche Bekämpfung nur bei einem kleinen Teil der Betroffenen.
War der kurative Therapieansatz erfolgreich, sind regelmäßige Nachsorgen wichtig, um Krankheitsrückfälle frühzeitig zu erkennen. Eine neue Studie, die kürzlich im Fachmagazin „Nature Communications“ veröffentlicht wurde, widmet sich genau diesem Thema: Ein Forscherteam unter der Leitung von Sheeba J. Sujit und Muhammad Aminu entwickelte sogenannte „habitat imaging frameworks“ mithilfe von CT- und PET-CT-Scans, um die Genauigkeit der Rezidivprognose bei NSCLC zu verbessern.
Worum handelt es sich bei „habitat imaging frameworks“?
Im Prinzip geht es darum, noch vor Therapiebeginn durch bildgebende Verfahren innerhalb der Tumoren Regionen zu identifizieren, die auf ein späteres höheres oder niedrigeres Rezidiv-Risiko hindeuten. Bislang stützte man sich bei der Vorhersage des Rezidivrisikos des NSCLC vor allem auf klinisch-pathologische Risikofaktoren und den Blutmarker ctDNA, d.h. zirkulierende Tumor-DNA. In den bislang erhobenen Daten zeichnet sich ein synergistischer Effekt zwischen den Ergebnissen der „frameworks“ und dem bisherigen Prädiktor ctDNA ab, sodass Hoffnung besteht, dass man die neuen Ideen mit bestehenden Konzepten kombinieren könnte.
Drei Risiko-Subtypen
Auf Grundlage der Daten präoperativer CT- und 18F-FDG-PET-CT-Scans von 394 NSCLC- Patienten entwickelten die Forscher drei Karzinom-Subtypen, die unterschiedliche Grade intratumoraler Heterogentität aufweisen. Die jeweilige regionale Heterogenität innerhalb des Tumors scheint auch nach Einbeziehung von Tumorvolumen und klinisch-pathologischen Risikofaktoren einen signifikanten Hinweis auf das Rückfall-Risiko geben zu können.
Die Autoren der Studie hoffen, dass die Einordnung der Patienten in ihr „framework“ dabei helfen wird, besonders Rückfall-gefährdete Menschen früher zu identifizieren und letztlich engmaschiger nachzuversorgen.
Radiogenomische Analysen
Um der Frage nachzugehen, warum manche Subtypen mit einem höheren Rückfall-Risiko assoziiert sind als andere, halfen radiogenomische Analysen. Die Ergebnisse zeigen, dass biologische Unterschiede in den Signalwegen der Tumoren maßgeblich sind. Beispielsweise ist beim Hochrisiko-Subtyp eine Dysregulation des EMT-Signalwegs („Epithelial-mesenchymal transition“) erkennbar, die mit Veränderungen wie dem Umbau der extrazellulären Matrix einhergeht und dadurch die Tumorheterogenität beeinflusst.
CT- und PET-CT-Scans sind bereits etablierte Methoden für Diagnose und Staging bei Patienten mit NSCLC. Sollte sich das Konzept der US-Forschungsgruppe in der Praxis bewähren, könnten Betroffene früher präzisere Informationen über ihr Rezidivrisiko erhalten.









