Hautkrebs in Deutschland: Ein unterschätztes Risiko
Hautkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten in Deutschland, mit mehr als 220.000 Neuerkrankungen jährlich. Während die Prävalenz weiter steigt, bleibt die Teilnahme an der Früherkennung hinter den Erwartungen zurück. Dabei ist Hautkrebs in den meisten Fällen heilbar, wenn er frühzeitig erkannt wird. Dennoch zeigt eine aktuelle Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) und der Deutschen Krebsgesellschaft, dass das kostenfreie Hautkrebs-Screening von gesetzlich Versicherten unzureichend genutzt wird.
Fortschritte bei anderen Krebsvorsorgeuntersuchungen
Die Ergebnisse des „Früherkennungsmonitors 2024“ dokumentieren positive Trends in der Inanspruchnahme von Krebsvorsorgeuntersuchungen. Besonders bei der Darmkrebsvorsorge (plus 14,8%), dem Mammographie-Screening (plus 5,1%) und der Prostatakrebs-Früherkennung (plus 4,7%) wurden deutliche Anstiege im Vergleich zu 2019 verzeichnet.
Hautkrebs-Screening: Noch erheblicher Aufklärungsbedarf
Im Gegensatz dazu bleibt die Teilnahme am Hautkrebs-Screening unterdurchschnittlich. „Die Ergebnisse machen deutlich, dass bei diesem Thema weiterhin viel Aufklärungsarbeit notwendig ist“, betont AOK-Vorständin Dr. Carola Reimann. „Gerade im Hinblick auf die steigende Belastung durch UV-Strahlung sollte dieses kostenfreie Angebot der gesetzlichen Krankenkassen stärker wahrgenommen werden.“
Nur 20–30% der Anspruchsberechtigten haben das Screening in den letzten zehn Jahren mindestens dreimal wahrgenommen. Männer, insbesondere in jüngeren Altersgruppen, nehmen das Angebot seltener in Anspruch. Prof. Michael Ghadimi, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft, ergänzt: „Der beste Schutz vor Hautkrebs ist konsequenter UV-Schutz – eine einfache, aber effektive Maßnahme, um das persönliche Hautkrebsrisiko zu senken. Die zweite wichtige Säule der Hautkrebs-Prävention ist die regelmäßige Teilnahme an den Check-ups.“
Regionale Unterschiede und erfolgreiche Beispiele
Eine Analyse der Teilnahmequoten zeigt erhebliche regionale Unterschiede. Während Regionen wie Emmendingen und Delmenhorst Quoten von über 50% aufweisen, liegen andere, wie Bamberg, mit nur 13% deutlich zurück. Solche Diskrepanzen deuten auf Handlungsbedarf hin, insbesondere in der regionalen Aufklärungsarbeit und der Zugänglichkeit der Angebote.
Aktionen zum „Tag der Krebsvorsorge“
Seit seiner Einführung im Jahr 2022 hat sich der „Tag der Krebsvorsorge“ am 28. November etabliert, um die Aufmerksamkeit für Früherkennungsuntersuchungen zu erhöhen. In diesem Jahr standen interaktive Angebote wie die „ABCDE“-Regel zur Hautkrebs-Erkennung und der aktualisierte „Vorsorg-O-Mat“ im Fokus. Beide Tools sind weiterhin online verfügbar und bieten praktische Unterstützung für die individuelle Planung von Vorsorgeuntersuchungen. Zudem wurden Informationsfilme und intensive Social-Media-Kampagnen genutzt, um die Zielgruppen zu erreichen.
Fazit: Hautkrebsprävention bleibt eine gemeinsame Aufgabe
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass mehr Aufklärung und niedrigschwellige Angebote notwendig sind, um die Teilnahme am Hautkrebs-Screening zu steigern. Während regional bereits Erfolge zu verzeichnen sind, bleibt Potenzial für landesweite Optimierungen. Die Förderung eines stärkeren Bewusstseins für UV-Schutz und regelmäßige Check-ups bleibt ein zentrales Ziel, um die Hautkrebsprävention weiter voranzutreiben.








