Machbarkeit und Nutzen des Prostatakrebs-Screenings im Test
Prostatakrebs ist in Europa die dritthäufigste Krebstodesursache bei Männern. Die diagnostischen Methoden, die in frühen Screening-Studien verwendet wurden, führten zu inakzeptablen Überdiagnosen und Überbehandlungen. Moderne diagnostische Pfade, einschließlich risikostratifizierter Screening-Intervalle, Magnetresonanzbildgebung (magnetic resonance imaging [MRI]) vor der Biopsie und läsionsgezielte Biopsien, identifizieren Männer mit einem potenziell tödlichen Prostatakrebs selektiver.
Daher empfahl die Europäische Union im Dezember 2022, die Machbarkeit und Wirksamkeit eines organisierten Prostatakrebs-Screenings zu bewerten [1,2]. In Schweden wurden schon 2020 regionale Programme für organisierte Prostatakrebs-Tests (OPT) eingeführt. Wissenschaftler um Ola Bratt, Professor an der University of Gothenburg und am Sahlgrenska University Hospital in Gothenburg, werteten die Daten aus dem Register für die OPT aus und beschrieben erste Ergebnisse. Die Publikation erschien im Fachblatt European Urology [3].
Wie ist das Prostatakrebs-Screening in Schweden organisiert?
In den drei bevölkerungsreichsten schwedischen Regionen wurden zunächst alle Männer im Alter von fünfzig Jahren im Rahmen des OPT-Programms eingeladen, da gerade in dieser Altersgruppe das Wissen über Teilnahmequoten und diagnostische Ergebnisse des Screenings beschränkt waren.
- Die Einladung zum OPT-Programm erfolgte brieflich in den Jahren 2020-2022. Männer, die sich nach der Einladung für die Teilnahme entschieden, konnten sich in regionalen Probenahmeeinheiten oder in der Primärversorgung Blut für eine PSA-Analyse entnehmen lassen. Die PSA-Assays unterschieden sich in den Regionen.
- Männer mit Prostata-spezifischem Antigen (PSA)-Spiegel ≥3 ng/ml wurden zur biparametrischen MRI der Prostata an eine Radiologieabteilung überwiesen. Die Scans wurden standardisiert nach dem Prostate Imaging Reporting and Data System (PI-RADS) befundet.
- Männer mit PI-RADS-Score 4-5 oder einer PSA-Dichte (PSA-D) von ≥0,15 ng/ml/cm3 wurden zur Biopsie überwiesen. Die Biopsieprotokolle unterschieden sich in den Regionen geringfügig.
- Männer mit einem PSA-Wert von 0,1–1 ng/ml erhielten nach sechs Jahren erneut eine Einladung zum PSA-Test. Bei Männern mit PSA-Werten von 1,0–2,9 ng/ml erfolgte die Wiedereinladung nach zwei Jahren. Ebenso wurden Männer mit einem PSA-Wert ≥3 ng/ml, die keine Biopsieindikation hatten, sowie Männer mit gutartigen Biopsieergebnissen nach zwei Jahren erneut zum PSA-Test eingeladen.
Teilnahmeraten und Screeningergebnisse
Von den 68.060 eingeladenen Männern nahmen 23.855 (35%) am Screeningprogramm teil und absolvierten einen PSA-Test. Bei 696 (2,9%) Männern wurde ein PSA-Spiegel ≥3 ng/ml detektiert.
Von diesen Männern erhielten 645 einen MRI-Scan. Dabei zeigten 409 (63%) einen PI-RADS-Score von 1-2, 137 (21%) einen Score von 3, 67 (10%) einen Score von 4 und 32 (5,0%) einen Score von 5.
Bei 306 (44%) Männern mit PSA-Spiegel ≥3 ng/ml lag die Indikation zur Biopsie vor, einschließlich 51 Männern ohne MRI-Scan. Von diesen unterzogen sich 221 (32%) tatsächlich einer Biopsie. Bei 93 (42%) wurde eine Krebserkrankung mit einem Gleason-Grad von 2-5 (Detektionsrate 0,39%) und bei 44 (20%) eine Krebserkrankung mit einem Gleason-Grad von 1 (Detektionsrate 0,18%) diagnostiziert. 96% der Krebserkrankungen waren lokalisiert.
Die meisten Männer mit Krebs erhielten eine Behandlung mit kurativer Absicht (70%) oder begannen eine aktive Überwachung (28%).
Die PSA-Spiegel von ≥3 ng/ml variierten regional zwischen 2,3% und 4,0%, während die PI-RADS-Werte von 4–5 bei 12% bis 21% der Männer lagen. Die Detektionsraten schwankten zwischen 0,14% und 0,21%.
Fazit
Die Experten wiesen darauf hin, dass diese Ergebnisse auf den ersten Tests von Männern in ihren frühen 50ern basieren. Die gute Einhaltung des Diagnosewegs zeige, dass das OPT-Programm gut durchführbar war. Die Verwendung von MRI-Scan und PSA-Dichte ersparte eine Biopsie für mehr als die Hälfte der Männer mit PSA ≥3 ng/ml. Aufgrund der Unterschiede im Vergleich der regionalen Diagnoseergebnisse sei klar, dass die MRI-Scans und PSA-Bestimmungen standardisiert werden sollten.









