Aufwärtstrend bei Krebsüberlebenden mit zweiter Krebserkrankung
In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl der Krebsüberlebenden erheblich gestiegen. Krebsüberlebende machen inzwischen über 5% der Gesamtbevölkerung der USA und über 20% der Erwachsenen über 75 Jahre aus. Schätzungen zufolge handelt es sich bei etwa 20% aller neuen Krebsdiagnosen um nachfolgende maligne Neoplasien bei erwachsenen Überlebenden von Krebserkrankungen. Diese gelten als Hauptursache für Morbidität und Mortalität bei Krebsüberlebenden.
Über die Ursachen einer zweiten primären Krebserkrankung bei Personen mit Krebs in der Vorgeschichte ist wenig bekannt. Deskriptive Studien zeigten, dass Lebensstilfaktoren wie Übergewicht eine wichtige Rolle spielen können. Bei Überlebenden von Brust- und Darmkrebs wurde ein erhöhter BMI mit einem erhöhten Risiko für eine zweite Krebserkrankung in Verbindung gebracht.
Hängen Zweiterkrankungen mit dem Body-Mass-Index zusammen?
Dr. Clara Bodelon vom Department of Population Science der American Cancer Society in Atlanta und Kollegen untersuchten in einer prospektiven Kohortenstudie, ob Übergewicht und insbesondere Adipositas das Risiko für eine zweite Krebserkrankung erhöhen. Die Forscher nutzten dafür Daten von Erwachsenen aus 21 US-Bundesstaaten, die an einer großen Langzeitstudie, der Cancer Prevention Study-II, teilgenommen hatten.
Die Wissenschaftler konzentrierten sich auf fast 27.000 Personen, bei denen zwischen 1992 und 2015 ein erster nichtmetastasierender Krebs diagnostiziert worden war. Sie überprüften anhand von Studiendaten, Krankenakten und Krebsregistern, ob ein Patient an einem zweiten Primärkrebs oder einem zweiten Adipositas-bedingten Krebsleiden erkrankte, und untersuchten, ob die Erkrankungen mit dem Body-Mass-Index (BMI) in Zusammenhang standen.
Übergewicht mit Risiko für zweite Krebserkrankung verbunden
Die Studienkohorte umfasste etwas mehr Männer als Frauen im mittleren Alter von 72 Jahren. Zum Zeitpunkt ihrer ersten Krebsdiagnose waren 42,8% übergewichtig und 17,2% adipös. Innerhalb von acht Jahren erkrankten 13,9% der Studienteilnehmer ein weiteres Mal an Krebs. 33,2% der Fälle waren durch Adipositas bedingt.
Im Vergleich zu Krebsüberlebenden mit BMI im normalen Bereich (18,5 bis <25) war das Risiko für eine zweite primäre Krebserkrankung bei Personen mit Übergewicht um 15% und bei Personen mit Adipositas um 34% erhöht.
Das Risiko für eine zweite Krebserkrankung war noch höher, wenn nur die mit Adipositas in Zusammenhang stehenden Krebsarten betrachtet wurden. Personen mit Übergewicht hatten ein um 40% höheres und Personen mit Adipositas ein um 78% höheres Risiko, ein zweites Mal an Krebs zu erkranken, als Personen mit BMI im Normalbereich.
Risikobewusstsein schärfen, Lebensstil optimieren
In dieser aktuellen großen Kohortenstudie Studie untersuchten Forscher zum ersten Mal den Zusammenhang zwischen BMI und Zweitkrebserkrankungen bei älteren Überlebenden und erweiterten frühere Ergebnisse auf alle Krebsarten. Angesichts der hohen Prävalenz von Übergewicht und Adipositas bei Krebsüberlebenden unterstreichen die Befunde die Bedeutung für das Gesundheitswesen.
Die Autoren betonen, dass sowohl Ärzte als auch Krebsüberlebende stärker für das Risiko von Zweitkrebserkrankungen sensibilisiert werden müssten. Weiterhin sollten in Behandlungsleitlinien Strategien zur Gewichtsabnahme als präventive Maßnahmen integriert werden, um das Risiko von Zweiterkrankungen zu senken.









