Wearables zur verbesserten Genesung nach Lungenkrebs-Operationen: Eine vielversprechende Perspektive

Eine postoperative Intervention mit Wearables zeigte in einer koreanischen Studie signifikante Verbesserungen bei der körperlichen Aktivität und der patientenberichteten Dyspnoe nach einer Lungenkrebsoperation. Diese Erkenntnisse könnten die Ergebnisse der postoperativen Rehabilitation nachhaltig optimieren.

Wearable

Die Genesung nach einer Lungenkrebsoperation stellt eine erhebliche Herausforderung dar, insbesondere hinsichtlich der Wiederherstellung körperlicher Aktivität und Lebensqualität der Patienten. Eine aktuelle Studie aus Südkorea hat gezeigt, dass der Einsatz eines tragbaren elektronischen Aktivitätstrackers, auch als Wearable bezeichnet, die postoperative Erholung erheblich verbessern kann. Die Ergebnisse dieser Untersuchung wurden in der medizinischen Open-Access-Zeitschrift 'JAMA Network Open' veröffentlicht.

Die Studie und ihre Durchführung

Die nicht-randomisierte klinische Studie wurde zwischen dem 18. Oktober 2018 und dem 24. Mai 2019 an einem tertiären Krebszentrum in Seoul, Südkorea, durchgeführt. In die Untersuchung eingeschlossen wurden Patienten mit vermutetem oder bestätigt nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC), die für eine kurative Operation, umfangreicher als eine Lobektomie, vorgesehen waren und einen Eastern Cooperative Oncology Group (ECOG)-Status von 0 oder 1 aufwiesen. Die Interventionsgruppe bestand aus 74 Patienten, die eine personalisierte Trainingsanleitung sowie eine Smartwatch mit Gesundheits- und Trainingsfunktionen erhielten. Die Kontrollgruppe umfasste 120 Patienten, die nur die übliche Versorgung erhielten, ohne spezifische individuelle Anleitung zur körperlichen Aktivität.

Die Intervention gliederte sich in drei Phasen: präoperativ (von der Diagnose bis zur Operation), unmittelbar postoperativ (von der Entlassung bis zwei Monate nach der Operation) und später postoperativ (von zwei bis sechs Monaten nach der Operation). Die Smartwatch (Fitbit Versa) wurde genutzt, um die Aktivität der Patienten zu überwachen, einschließlich Schrittzahl, Aktivitätsintensität und Herzfrequenz während des Trainings.

Körperliche Aktivität nach der Operation: Interventionsgruppe übertrifft Kontrollgruppe

Die Analyse der Studienergebnisse zeigte, dass die körperliche Aktivität – gemessen an den täglichen Schritten, der moderaten bis intensiven körperlichen Aktivität (MVPA) und der sechsminütigen Gehstrecke (6MWD) – in den ersten zwei Wochen nach der Operation insgesamt abnahm.

Zwei Wochen nach der Operation begannen die Patienten in der Interventionsgruppe jedoch, ihre körperliche Aktivität zu steigern. Im Vergleich zur Kontrollgruppe verzeichneten sie einen geringeren Rückgang der täglichen Schritte, mit einem Verlust von 1.753 Schritten gegenüber 4.877 Schritten in der Kontrollgruppe.

Sechs Monate nach der Operation erhöhte die Interventionsgruppe ihre täglichen Schritte um 2.220 im Vergleich zum Ausgangswert, während die Kontrollgruppe nicht zu ihrem ursprünglichen Aktivitätsniveau zurückkehrte.

Mit Smartwatch verbesserte körperliche Funktion und reduzierte Dyspnoe

Zusätzlich wies die Interventionsgruppe signifikant bessere Ergebnisse bezüglich der körperlichen Funktion auf. So berichteten die Patienten in der Interventionsgruppe über weniger Dyspnoe und Schmerzen zwei Wochen sowie über geringere Luftnot sechs Monate nach der Operation im Vergleich zur Kontrollgruppe. Die spezifischen Ergebnisse umfassten:

  • Körperliche Funktion: Interventionsgruppe (82,2 Punkte) vs. Kontrollgruppe (76,9 Punkte; p=0,04)
  • Dyspnoe nach zwei Wochen: Interventionsgruppe (24,8 Punkte) vs. Kontrollgruppe (34,5 Punkte; p=0,03)
  • Schmerzen nach zwei Wochen: Interventionsgruppe (21,4 Punkte) vs. Kontrollgruppe (30,1 Punkte; p=0,01)
  • Dyspnoe nach sechs Monaten: Interventionsgruppe (5,4 Punkte) vs. Kontrollgruppe (12 Punkte; p=0,01)

Fazit und Implikationen für die klinische Praxis

Die Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, dass Wearables eine vielversprechende Rolle bei der Personalisierung perioperativer Rehabilitationsstrategien spielen und die Genesung nach Lungenoperationen erheblich unterstützen können. Die Integration tragbarer Technologien in den Rehabilitationsprozess könne dazu beitragen, die Lebensqualität von Patienten nach Lungenkrebs-Operationen zu steigern, betonen die Studienautoren. Zukünftige Studien sollten nun darauf abzielen, diese Ergebnisse in größeren, randomisierten klinischen Studien zu validieren und die Langzeitwirkungen weiter zu untersuchen.

Autor:
Stand:
25.10.2024
Quelle:

Lee, J. et al. (2024): Wearable Device–Based Intervention for Promoting Patient Physical Activity After Lung Cancer Surgery, JAMA Network Open, DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2024.34180.

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