Anstieg diabetischer Retinopathie in den USA

Eine kürzlich veröffentlichte Studie legt offen, dass nahezu 10 Millionen Amerikaner (ca. 3 Prozent der Gesamtbevölkerung) an diabetischer Retinopathie leiden, einer Augenerkrankung, die im schlimmsten Fall zur Erblindung führen kann.

Auge Untersuchung

Die diabetische Retinopathie ist eine besonders tückische Folgeerkrankung des Diabetes mellitus. Sie entsteht durch Schädigungen der winzigen Blutgefäße, die die Retina versorgen. Die Krankheit verläuft schleichend und kann, wenn sie unbehandelt bleibt, zu schweren Sehstörungen oder sogar Erblindung führen. In Deutschland leiden ca. 4,7 bis 5,6% der Bevölkerung an Diabetes, von denen wiederum ca. 25 bis 35% (ca. 1,5 Prozent der Bevölkerung) eine diabetische Retinopathie aufweisen.

Gesundheitliche Ungleichheit?

Die Studie, die am 15. Juni 2023 in JAMA Ophthalmology veröffentlicht wurde, zeigt nun, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen und Regionen innerhalb der USA stärker betroffen sind als andere. Die Zahlen offenbaren, dass insbesondere ärmere Regionen, vorrangig der tiefere Süden, eine erhöhte Rate an diabetischer Retinopathie aufweisen. Darüber hinaus ist die Gefahr, an der schwerwiegenden Form der Erkrankung, der "vision-threatening diabetic retinopathy" (VTDR), zu erkranken, unter der schwarzen (9%) und hispanischen (7%) Bevölkerung höher im Vergleich zur weißen Bevölkerung (4%).

Früherkennung und Intervention - Schlüssel zur Eindämmung

Die Experten sind sich einig: Regelmäßige Kontrollen und eine frühzeitige Intervention sind entscheidend, um die Augen vor den Auswirkungen des Diabetes zu schützen. Moderne Behandlungsmethoden sollen dabei helfen, das Fortschreiten der diabetischen Retinopathie zu verhindern oder zumindest zu verlangsamen.

„Dieses Ergebnis ist in erster Linie auf die starke Zunahme von Diabetes in den Vereinigten Staaten in den letzten 20 Jahren zurückzuführen und unterstreicht, wie wichtig es ist, der Augengesundheitsversorgung und dem Screening auf diabetische Retinopathie Priorität einzuräumen“, so David Rein, leitender Wissenschaftler und Direktor des Programms für öffentliche Gesundheitsanalytik am NORC an der Universität von Chicago.

Von globaler Relevanz

Es ist wichtig zu beachten, dass die Studienergebnisse auf Daten aus den USA basieren und sich nicht direkt auf die Situation in Deutschland übertragen lassen. Allerdings weist die allgemeine Botschaft der Studie - die Bedeutung der Früherkennung, regelmäßigen Kontrollen und zielgerichteter Therapie - einen universellen Charakter auf.

Unabhängig von regionalen Unterschieden bleibt die Notwendigkeit, Diabetespatienten umfassend auf mögliche Komplikationen wie die diabetische Retinopathie hinzuweisen und geeignete Vorsorgemaßnahmen zu treffen, eine wesentliche Aufgabe in der Diabetestherapie weltweit.

Autor:
Stand:
20.06.2023
Quelle:
  1. Kong X. Diabetic Retinopathy in the US—Where We Are Now and What Is Next. JAMA Ophthalmol. Published online June 15, 2023. DOI:10.1001/jamaophthalmol.2023.2558
  2. MedicalXpress: Almost 10 million Americans have diabetes-linked eye disease, finds new study, 19.06.2023
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