Chorioretinopathia centralis serosa
Die Chorioretinopathia centralis serosa (CCS) ist eine seröse Makulopathie Und ist gekennzeichnet durch die Akkumulation von subretinaler Flüssigkeit, welche oft die Fovea miteinbezieht. Dies ist meist selbstlimitierend, kann aber auch rezidivierend auftreten oder persistieren. Das kann zu Funktionsstörungen der Sinneszellen führen. Die Erkrankung manifestiert sich unter anderem mit verminderter Sehschärfe und Metamorphopsien zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr. Meist sind Männer betroffen (3-5:1; Männer:Frauen).
Bekannte Risikofaktoren sind unter anderem eine obstruktive Schlafapnoe, exogene oder endogene Kortikosteroidzufuhr, Schwangerschaft, Sildenafil, MAPK/ERK-Pathway-Inhibitoren und Coffein [1]. Die Ätiologie der CCS ist derzeit nicht bekannt.Es gibt Studien, die genetische Risikoloci für die Erkrankung untersuchten und Suszeptibiliätsloci für die chronische CCS in der Nähe von CFH und GATA5 und TNFRSF10A identifizierten [2,3].
Eine aktuelle europäische Studie hatte zum Ziel, weitere genetische Risikofaktoren für die Erkrankung zu identifizieren und mit denen der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) zu vergleichen [4].
Genomweite Assoziationsstudien für Chorioretinopathia centralis serosa
Die Studienautoren der vorliegenden Studie nutzten Daten aus der FinnGen Studie und der estnischen Biobank und führten genomweite Assoziationsstudien (GWAS) in den biobankbasierten Kohorten durch [2,5]. Zudem folgte eine Metaanalyse von allen Kohorten.
Insgesamt wurden 1176 Patienten mit CCS und 526.787 Kontrollen in die Studie eingeschlossen. Davon wurden 655 CCS-Patienten und 522.034 Kontrollen in der kohortenspezifischen GWAS untersucht. Unter den Patienten waren 66,3% Männer. In der Metaanalyse wurden 521 Patienten mit CCS sowie 3.577 Kontrollen evaluiert.
Fünf CCS -Genloci identifiziert
Zwei bereits bekannte CCS-Risikoloci wurden repliziert (nahe CFH und GATA5), drei neue Loci konnten identifiziert werden (nahe CD34/46, NOTCH4 und PREX1). Die CFH und NOTCH4 Loci waren auch mit AMD assoziiert, jedoch in der entgegengesetzten Richtung. Priorisierte Gene zeigten eine erhöhte Expression in den kultivierten choroidalen Endothelzellen verglichen mit anderen Genen der Loci (median [interquartile range, IQR] der log2 [counts per million] =7,3 [0,6] versus 4,7 [3,7]; p=0,004).
Zudem wurden sie unterschiedlich stark in den choroidalen vaskulären Endothelzellen im single-cell RNA sequencing exprimiert (mittlere [SD]- fache Veränderung= 2,05 [0,38] verglichen mit anderen Zelltypen; p<7,1x10-20). Dies spricht laut den Studienautoren für eine choroidal vaskuläre Dysfunktion in der CCS-Pathogenese. Dafür spricht auch, dass der neu identifizierte Locus in PREX1 für ein Protein kodiert, welches bei vaskulärer Hyperpermeabilität beteiligt ist [6].
Die beiden anderen neu entdeckten CCS-Loci NOTCH4 und CD34/CD46 haben potentielle Verbindungen zur vaskulären Funktion und Immunfunktion. Das NOTCH4 Protein reguliert beispielsweise arteriovenöse Malformation und choroidale Neovaskularisation [7,8].
CD46 kodiert für MCP/CD46, welches eine wichtige Rolle als Komplementinhibitor spielt [9]. CD34 ist an der AMD beteiligt und wird von hämatopoetischen Zellen und vaskulären Endothelzellen exprimiert [10,11].
Ein AMD-Polygenic Score (PGS) war mit einem reduzierten CCS Risiko (Odds Ratio 0,76;95%-KI [Konfidenzintervall]: 0,70 bis 0,83; p=7,4x10-10) assoziiert. Diese Assoziation könnte über Loci vermittelt sein, die Komplementgene beinhalten.
Fazit
Die Studienautoren identifizierten fünf Risikogenloci für CCS. Ein polygenisches AMD-Risiko war mit einem reduzierten CCS -Risiko assoziiert. Die Autoren vermuteten, dass diese genetische Überlappung zustande kam, da die Loci Komplementgene enthalten.








