Erhöhte Sterblichkeit bei Lokalrezidiven von uvealen Melanomen

Studienergebnisse zeigten, dass rezidivierende Tumore bösartiger sind, welches die Notwendigkeit verdeutlicht, solche Tumore rechtzeitig zu erkennen und adjuvante Therapien für Rezidive zu entwickeln.

Augenarzt

Das lokale Auftreten von Rezidiven bei Aderhautmelanomen nach konservativen Behandlungen schwankt zwischen 3% und 8%. In einer aktuellen Studie wurden bei 4196 Patienten Lokalrezidive von Aderhaut- oder Ziliarkörpermelanomen behandelt.

Behandlungsmöglichkeiten für ein Rezidiv sind Protonentherapie, Applikator Therapie oder Enukleation.

Zu den Risikofaktoren, die mit erhöhter Rezidiv-Wahrscheinlichkeit in Verbindung stehen und in der Studie untersucht wurden, zählen Tumorgröße, Art des Rezidivs und Art der Behandlung des Rezidivs.

Erhöhte Sterblichkeit im Zusammenhang mit Tumorgröße der Rezidive

Der relative Anstieg des Sterblichkeitsrisikos scheint den Ergebnissen zufolge am höchsten bei Pateinten mit kleinen Tumoren zu sein. Hier betrug das 10-Jahres-Risiko für Tod durch ein metastasierendes Melanom bei Patienten mit T1-Tumoren 5,6%, während es für Patienten mit zusätzlichem Lokalrezidiv 3,6-fach erhöht bei 19,9% lag.

Das absolute Risiko für eine Melanom bedingte Sterblichkeit ist zwar bei Patienten mit großen Primärtumoren deutlich erhöht, doch der relative Anstieg des Risikos ist hier nur 1,8-fach höher für Patienten mit zusätzlichem Lokalrezidiv.

Behandlungsart kein Einfluss auf Überleben

Es wurden Patienten verglichen, deren Rezidive entweder mit einer Protonentherapie oder einer Enukleation behandelt wurden.

Hier zeigte sich, dass die Behandlungsart keinen Einfluss auf die Mortalität hatte. Trotzdem wurden die meisten T3- und T4-Rezidive durch Enukleation behandelt, was zur Entfernung der Augen bei über der Hälfte der Patienten führte. Bei diesen Patienten konnte jedoch kein höheres Sterblichkeitsrisiko festgestellt werden als bei denen, die eine Protonentherapie erhielten.

Zusammenhang zwischen Lokalrezidiv und Metastasierungsrisiko

Die Studienergebnisse bestätigen, dass ein Lokalrezidiv das Sterberisiko an einem Aderhautmelanom erhöht. Die 10-Jahres-Inzidenz von Todesfällen durch Aderhautmelanom lag bei rezidivfreien Patienten bei 15%, im Vergleich zu 46,6% bei Patienten mit Rezidiven. (H2) Kein Unterschied zwischen Rezidiv-Arten und Metastasierungsrisiko

Es konnte laut Studienergebnissen kein Unterschied im Sterberisiko zwischen den verschiedenen Rezidiv-Formen festgestellt werden. Andere Untersuchungen hatten allerdings ein geringeres Metastasierungs- und Melanom-bedingtes Sterberisiko bei marginalem Rezidiv beobachtet.

Schlüsselbehandlungsmaßnahmen für Lokalrezidive

Die effektive Behandlung kleiner Tumoren ist von großer Bedeutung, da sie als effektives Mittel zur Verringerung der Melanom-bedingten Sterblichkeit angesehen wird. Patienten, die ein Melanom-Rezidiv erleiden, sollten für eine adjuvante Therapie in Betracht gezogen werden. Da das Sterberisiko durch rezidive Tumore - unabhängig von der Größe des Primärtumors - besonders signifikant erscheint, ist eine weiterführende Erforschung und Typisierung von Lokalrezidiven von essenzieller Bedeutung.

Autor:
Stand:
21.08.2023
Quelle:

Lane et al. (2023): Survival of patients with recurrent uveal melanoma after treatment with radiation therapy. BMJ, DOI: 10.1136/bjo-2022-323133

  • Teilen
  • Teilen
  • Teilen
  • Drucken
  • Senden
Orphan Disease Finder
Orphan Disease Finder

Hier können Sie seltene Erkrankungen nach Symptomen suchen: