Der Berger Raum, benannt nach dem Augenarzt, der ihn 1887 erstmalig beschrieb, liegt zwischen der posterioren Linsenkapsel und der anterioren Glaskörpergrenzmembran und ist umgeben vom sogenannten Wieger Ligament. Besonders die Akkumulation von Hämorrhagien, Flüssigkeiten und Pigmenten, die durch Traumata oder das Pigment Dispersions Syndrom bedingt sein können, wurden im Berger Raum in der Literatur beschrieben. Unter normalen Bedingungen wird der Berger Raum aufgrund seiner engen Verbindung mit dem Wiegers Ligament und dem umgebenden Gewebe oft übersehen, sowohl präoperativ als auch während Operationen.
Fall: Silikonöl im Berger Raum nach Vitrektomie
Ein kürzlich erschienener Fallbericht beschreibt den ungewöhnlichen Fall eines 68-jährigen Mannes, der sich einer 23-gauge Pars-Plana-Vitrektomie mit Silikonölinjektion zur Behandlung einer Netzhautablösung des rechten Auges unterzog. Der Patient hatte eine Anamnese mit starker Myopie, arterieller Hypertonie und Diabetes mellitus.
Sechs Monate nach der Operation bemerkten die Ophthalmologen während der Nachuntersuchung eine unerwartete, linsenähnliche, durchsichtige Substanz hinter der posterioren Linsenkapsel des rechten Auges. Die Untersuchung der Cornea, Iris, Pupille war unauffällig. Der Ultraschall und die Fundoskopie zeigten einen Silikonöl gefüllten Glaskammerraum und eine abgeflachte Retina mit ausgeprägten Myopiemerkmalen. Weitere Tests, einschließlich der anterioren optischen Kohärenztomographie, bestätigten die Anwesenheit von Silikonöl im Berger Raum.
Als Lösung wurde eine zweite Vitrektomie durchgeführt, um das Silikonöl zu entfernen. Drei Monate nach der zweiten Operation zeigte der Patient eine signifikante anatomische und visuelle Erholung.
Ursachen und Prävention der ungewöhnlichen Komplikation
Die Ophthalmologen vermuten, dass die myopischen Veränderungen des Patienten zu einer Lockerung der Adhäsion zwischen der hinteren Linsenkapsel und der vorderen Glaskörpergrenzmembran sowie zu einem Defekt im Wieger Ligament geführt haben könnten. Dies hätte den Berger Raum für das Silikonöl zugänglich gemacht. Weiterhin vermuten sie, dass die Exzision der anterioren Glaskörpergrenzmembran während der Operation nicht korrekt durchgeführt wurde.
Um solche Komplikationen in Zukunft zu vermeiden, raten die Ärzte, bei Patienten mit starker Myopie oder vorhergehendem Trauma besonders auf diese Strukturen zu achten.









