Strahlenpneumonie - gefürchtete Nebenwirkung bei Radiatio der Thoraxregion
Das Bronchialkarzinom ist mit 2,2 Millionen Neuerkrankungen global die zweithäufigste Krebsart und für 1,8 Millionen Todesfälle verantwortlich. Die Radiatio kann die Überlebensraten der Erkrankung verbessern und wird daher häufig eingesetzt.
Die mit einer Inzidenz von 15-40% häufigste und gefährlichste Nebenwirkung einer Radiatio der Thoraxregion ist die Strahlenpneumonie. Durch diese Erkrankung wird die Prognose der Patienten und ihre Lebensqualität negativ beeinflusst. Aufgrund des Mangels an effektiven Therapien ist die Vorhersage dieser Nebenwirkung wichtig.
Dynamisches Nomogramm zur Vorhersage einer Strahlenpneumonie
Eine aktuelle retrospektive Studie setzte sich zum Ziel, ein dynamisches Nomogramm zu entwickeln, welches das Auftreten einer symptomatischen Strahlenpneumonie nach einer Radiatio der Thoraxregion aufgrund eines Bronchialkarzinoms vorhersagen kann.
In der Studie wurden 160 Patienten untersucht. Insgesamt entwickelten 28 von ihnen eine symptomatische Pneumonie. Im Median betrug das Intervall zwischen der ersten Bestrahlung bis zum Auftreten der symptomatischen Pneumonie 52 Tage.
Erfolgreiche Entwicklung eines dynamischen Nomogramms
Die Studie zeigte, dass das Alter, der Raucherstatus, Chemotherapien (keine Chemotherapie erhöhte das Risiko) und die Gesamtlungen V5/mittlere Lungendosis >948 Gy signifikante Faktoren für die Vorhersage einer symptomatischen Pneumonie waren (p<0,05). Diese unabhängigen Risikofaktoren wurden für die Entwicklung eines dynamischen Nomogramms benutzt. Das hatte einen Konkordanzindex von 0,89, was für eine exzellente prädiktive Fähigkeit spricht.
Zudem zeigte die Receiver Operating Characteristic (ROC) - Kurve, dass der Area under the Curve (AUC)-Wert 0,89 erreichte.
Der Vergleich der ROC-Kurven zwischen dem Nomogramm und jedem prognostischen Faktor zeigte, dass das umfassende Modell eine höhere Diskrimination hatte als jede einzelne Variable für sich.
Web-basierter Einsatz für Prädiktion Strahlenpneumonie
Zudem entwickelten die Autoren ein Risiko-Klassifikationssystem für eine symptomatische Pneumonie. Es teilte die Patienten in eine Niedrigrisiko- und eine Hochrisikogruppe ein. Die Inzidenz einer symptomatischen Pneumonie lag in der Niedrigrisikogruppe bei 17,85%, während sie in der Hochrisikogruppe 82,14% betrug.
Basierend auf dem Nomogramm entwickelten die Wissenschaftler ein dynamisches internetbasiertes Berechnungsprogramm für das Überleben, um die Anwendung des Nomogramms zu vereinfachen (https://rp-2023.shinyapps.io/rp2023/). Durch die Berechnung der Inzidenz der symptomatischen Pneumonie können Patienten mit einem hohen Risiko für eine symptomatische Pneumonie identifiziert werden, indem die klinischen und dosimetrischen Daten eingegeben werden und die Wahrscheinlichkeit der Strahlenpneumonie hervorgesagt werden kann.








