Warum der Covid-19-Booster so wichtig ist

Die Immunität nach einer Covid-19-Auffrischungsimpfung hält fast doppelt so lange an wie nach der alleinigen Grundimmunisierung. Fortgeschrittenes Alter scheint die Immunantwort nicht wesentlich zu beeinflussen, wenn Komorbiditäten berücksichtigt werden.

Immunität Schutzschild

Seit Anfang 2021 haben mRNA-Impfstoffe zahlreiche Menschen vor Covid-19 geschützt. Allerdings hat sich gezeigt, dass die Antikörper-Titer schnell wieder abnehmen, was regelmäßige Auffrischungsimpfungen erforderlich macht, um den Immunschutz aufrechtzuerhalten. Die Erstimpfungen haben jedoch Gedächtniszellen stimuliert, die bei nachfolgenden Impfungen eine längere Schutzwirkung versprechen.

Dies wurde auch durch eine neue Studie des Centre for Disease Modelling an der York University in Toronto bestätigt. Wie in der Fachzeitschrift 'Scientific Reports' veröffentlicht, bleibt die Immunität nach einer Covid-19-Booster-Impfung wesentlich länger bestehen als nach der alleinigen Grundimmunisierung.

Verlängerte Immunitätsdauer nach Covid-19-Booster

Ein Team aus Statistikern und Mathematikern unter der Leitung von David W. Dick von der York University in Toronto, Kanada, analysierte die Impfdaten von 152 Personen, die entweder den Covid-19-Impfstoff von BioNTech/Pfizer oder Moderna erhalten hatten. Von diesen Personen ließen 137 ihren Impfschutz auffrischen. Nach der Grundimmunisierung lag die mittlere Halbwertszeit der Antikörper-Titer bei 63 Tagen und stieg nach der ersten Auffrischungsimpfung auf 115 Tage an. Die ermittelte Steigerung betrug statistisch signifikante 71–84%.

Zusammenhang zwischen chronologischem und immunologischem Alter

Mit zunehmendem Alter ließ die Wirksamkeit des Impfschutzes nach. Dieser Effekt wurde jedoch aufgehoben, sobald Komorbiditäten berücksichtigt wurden. Dann hatte das Alter keinen so signifikanten Einfluss mehr auf die Immunantwort. Dick unterscheidet hierbei zwischen dem "chronologischen" und "immunologischen" Alter. Selbst ältere Menschen könnten ihre Immunabwehr mit einem gesunden Lebensstil aufrechterhalten, indem sie Krankheiten wie Bluthochdruck oder Diabetes vorbeugen. Von den Komorbiditäten verkürzten vor allem Lungenerkrankungen und chronische neurologische Pathologien die Dauer der Schutzwirkung, während Hypertonie oder Tumorleiden einen deutlich geringeren Einfluss hatten.

Einfluss von Asthma und Geschlecht auf die Immunantwort

Bemerkenswert war, dass Personen mit Asthma nach der Impfung eine längere Immunität aufwiesen. Dies könnte mit einer erhöhten Aktivität von Typ-2-T-Helferzellen erklärt werden, die die Produktion von Antikörpern in den B-Zellen stimulieren, vermutet Dick. Dieser Aspekt wurde in der Studie aber nicht näher untersucht. Ebenso zeigte sich, dass das männliche Geschlecht nach Berücksichtigung anderer Faktoren die Dauer der Immunität postiv beeinflusste. Die genauen Gründe dafür sind ebenfalls noch unklar, so Dick.

Autor:
Stand:
29.04.2024
Quelle:

Korosec, C. et al. (2024): SARS-CoV-2 booster vaccine dose significantly extends humoral immune response half-life beyond the primary series. Scientific Reports, DOI: 10.1038/s41598-024-58811-3.

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