Die Grippewelle in Deutschland hat ihren Höhepunkt erreicht. Laut dem aktuellen Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) bleibt die Zahl der akuten Atemwegserkrankungen (ARE) auf hohem Niveau stabil, während sich das Erregerspektrum verändert. Influenza-Viren dominieren zwar weiterhin das Infektionsgeschehen, wobei insbesondere Influenza B an Häufigkeit zunimmt. Gleichzeitig steigen aber die Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytialvirus (RSV) an, vor allem bei Kleinkindern. Die Zahl der COVID-19-Fälle hingegen sinkt weiter.
Influenza: Haupttreiber der Infektionswelle
Im ambulanten Bereich wurden in der 7. Kalenderwoche (10.–16. Februar 2025) 60 % der eingesandten Proben positiv auf Influenzaviren getestet. Dabei überwiegen Influenza-B-Infektionen (59 %), gefolgt von Influenza A(H1N1)pdm09 (35 %) und A(H3N2) (7 %). Besonders betroffen sind Kinder: Bei hospitalisierten Schulkindern (5–14 Jahre) mit schweren akuten respiratorischen Infektionen (SARI) wurde in 68 % der Fälle eine Influenza-Diagnose gestellt.
Während die Influenza-Aktivität insgesamt hoch bleibt, zeigen die Daten einen anhaltenden Shift hin zu Influenza-B-Viren. Das entspricht typischen Mustern in späteren Phasen einer Grippewelle. Die Zahl der Arztbesuche wegen ARE liegt aktuell bei etwa 2,2 Millionen pro Woche, während die Zahl der Erkrankten ohne Arztkontakt auf 7,5 Millionen geschätzt wird.
RSV-Infektionen nehmen zu
Parallel zur Grippewelle breiten sich RSV-Infektionen weiter aus. Untersuchungen des Konsiliarlabors zeigen, dass RSV B derzeit dominiert. Es entfallen 71 % der RSV-Nachweise bei 0- bis 4-Jährigen auf diesen Subtyp. In der vergangenen Woche wurden bundesweit 4.891 labordiagnostisch bestätigte RSV-Fälle gemeldet, ein Anstieg im Vergleich zur Vorwoche. Die Hospitalisierungsrate liegt bei 19 %, besonders betroffen sind Säuglinge und Kleinkinder.
Auch das Abwassermonitoring deutet auf eine zunehmende RSV-Zirkulation hin: Seit der 7.Kalenderwoche werden erstmals auch hierzu RSV-Daten veröffentlicht, die eine ansteigende Viruslast zeigen.
COVID-19: Rückgang der Fallzahlen
Die COVID-19-Fallzahlen sinken weiter. In der 7. Kalenderwoche wurden 1.904 laborbestätigte Fälle gemeldet, von denen 31 % hospitalisiert wurden. Seit Jahresbeginn dominiert die rekombinante SARS-CoV-2-Linie XEC mit 55 % aller Sequenzen, gefolgt von KP.3.1.1 mit 22 %. Das RKI und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufen das gesundheitliche Risiko durch die derzeit zirkulierenden Varianten als gering ein.
Schutzmaßnahmen
Das RKI rät weiterhin dazu, dass auch geimpfte Personen empfohlene Verhaltensmaßnahmen beachten, um sich und ihr Umfeld zu schützen. Eine frühzeitige antivirale Therapie ist bei Patienten mit erhöhtem Risiko für Komplikationen zu bedenken.








