Die Bundesapothekerkammer (BAK) will die berufliche Weiterentwicklung von Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen und Assistenten (PTA) stärker vorantreiben. Die Mitgliederversammlung der BAK verabschiedete zunächst ein Curriculum für die Praxisanleitung von PTA-Auszubildenden. Gleichzeitig votierten die Delegierten dafür, eine bundesweit einheitliche fachliche Weiterqualifizierung für PTA zu entwickeln.
Mit dem Beschluss soll die BAK nun ein entsprechendes Curriculum erarbeiten und bundesweite Standards für die Qualifizierung definieren. Die Umsetzungsmöglichkeiten sollen anschließend gemeinsam mit den Landesapothekerkammern und unter Berücksichtigung der jeweiligen Heilberufs- und Kammergesetze geprüft werden.
Praxisanleitung durch erfahrene PTA
Das neu verabschiedete Curriculum soll PTA zusätzlich pädagogisch qualifizieren. Ziel ist es, erfahrene PTA darauf vorzubereiten, Auszubildende in der Apotheke systematisch anzuleiten und beim Erwerb beruflicher Handlungskompetenzen zu begleiten.
Die stärkere Einbindung erfahrener PTA in die Ausbildung gilt seit Längerem als wichtiger Baustein, um die praktische Ausbildung in öffentlichen Apotheken zu verbessern und Nachwuchskräfte frühzeitig an komplexe Tätigkeiten heranzuführen. Auch im gemeinsamen Positionspapier von ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände und dem Bundesverband PTA wird die Praxisanleitung als wichtige Maßnahme hervorgehoben. Dort heißt es, erfahrene PTA seien prädestiniert, praxisnahes Wissen zu vermitteln und die Übernahme eigenständiger Tätigkeiten zu fördern.
Neue Kompetenzen für PTA
Darüber hinaus plant die BAK eine strukturierte fachliche Weiterqualifizierung für PTA mit klar definiertem Kompetenzprofil. Nach Vorstellungen von ABDA und BVpta sollen qualifizierte PTA künftig in Bereichen wie pharmazeutische Dienstleistungen, Präventions- und Screeningangebote, digitale Versorgungsprozesse sowie Programme zur Arzneimitteltherapiesicherheit zusätzliche Kompetenzen erwerben.
BAK-Präsident Armin Hoffmann sprach von einer „Grundsatzentscheidung“. PTA seien wertvolle Mitarbeitende in öffentlichen Apotheken. Ziel sei es, ihnen neue berufliche Entwicklungsmöglichkeiten mit klar definiertem Kompetenzprofil zu eröffnen. Gleichzeitig könnten Apotheken dadurch ihr Dienstleistungsangebot ausbauen.
ABDA und BVpta gegen PTA-Vertretung
Hintergrund der Initiative ist auch die Debatte um die im Entwurf des Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) vorgesehene PTA-Vertretung. ABDA und BVpta lehnen einen Betrieb von Apotheken ohne anwesende Apotheker ab und fordern die ersatzlose Streichung der Regelung. Statt einer Vertretungslösung solle der Fokus auf einer strukturierten Weiterentwicklung des PTA-Berufs liegen.
Die Organisationen argumentieren, dass PTA bereits heute eine tragende Rolle in öffentlichen Apotheken übernehmen - sowohl bei der Arzneimittelversorgung als auch bei neuen pharmazeutischen Dienstleistungen und niedrigschwelligen Angeboten der Primärversorgung. Gleichzeitig steige der Druck durch Fachkräftemangel und wachsende Versorgungsanforderungen.












