Ärzte-Stimmung bricht nach kurzer Erholung im dritten Quartal wieder ein

Die Hoffnungen auf einen anhaltenden Aufschwung haben sich nicht erfüllt: Die Stimmung der niedergelassenen Ärzte ist im dritten Quartal so schlecht wie zu Jahresbeginn – sogar noch etwas schlechter. Der Stimmungsindex der Stiftung Gesundheit fällt im dritten Quartal auf minus 25,1 Punkte. Mediziner erleben Digitalisierung, Bürokratie und Vorgaben der Politik belastender als zuvor.

Stimmungsbarometer

Hamburg. Nach einem kurzen Zwischenhoch im zweiten Quartal hat sich die Stimmung der niedergelassenen Ärzte im dritten Quartal merklich eingetrübt. Der von der Stiftung Gesundheit erhobene Stimmungsindex fällt um acht Zähler auf nunmehr minus 25,1 Punkte. Nach zwei Quartalen mit Stimmungsverbesserungen fällt der Index damit unter den Stand vom Jahresbeginn zurück (minus 24,3). 

Hausärzte besonders stark betroffen – Nur Psychotherapeuten noch knapp positiv

Bei einer Aufschlüsselung nach Fachgruppen zeigen sich deutliche Unterschiede. Am stärksten betroffen sind Hausärzte: In dieser Gruppe sank der Stimmungsindex um 15,1 Punkte auf minus 33,4. Zahnärzte verbuchten einen Rückgang um 5,2 Punkte und erreichen damit minus 26,3. Moderat blieb der Rückgang bei den Fachärzten. Sie verzeichnen 2,5 Punkte weniger und liegen nun bei minus 28,1 Punkten. 

Die einzige Fachgruppe mit einem weiterhin positiven Stimmungswert sind die psychologischen Psychotherapeuten: Sie verzeichnen zwar einen Rückgang um 4,2 Punkte, bleiben mit 0,7 Zählern aber knapp im positiven Bereich.

Belastende Rahmenbedingungen gewinnen an Einfluss

Die Umfrage der Stiftung Gesundheit weist darauf hin, dass belastende externe und interne Faktoren im Praxisalltag im dritten Quartal wieder an Bedeutung gewonnen haben. So gaben 71 Prozent der Befragten an, dass Vorgaben von Politik oder Selbstverwaltung sowie gesetzliche Regelungen sich negativ auf ihre Arbeitssituation ausgewirkt hätten. Im Vorquartal lag dieser Anteil noch bei rund 62 Prozent. 

Auch die Digitalisierung sorgt weiterhin für Stress im Praxisalltag. Zwar werden digitale Anwendungen langfristig als Chance gesehen, doch in der praktischen Umsetzung führen technische Probleme, wechselnde Vorgaben oder nicht ausreichend erprobte Systeme immer wieder zu Störungen im Praxisbetrieb. Die Zahl der Ärzte, die die Digitalisierung als Belastung empfinden, ist im dritten Quartal erneut gestiegen, wenn auch nur geringfügig. Gut 68 Prozent der Ärzte sehen sie als negativen Einfluss (zweites Quartal: 65 Prozent). Ferner nahm der Anteil der Ärzte zu, die „sonstige Praxis-Administration“ als Belastung nannten (von 51 auf 55 Prozent).

Volatiler Jahresverlauf der Stimmung

Der Blick auf den Jahresverlauf macht die Entwicklung nachvollziehbar: Im ersten Quartal stieg der Index um 1,3 Punkte auf minus 24,3. Im zweiten Quartal verbesserte sich die Stimmung merklich – der Index stieg um rund 7,1 Punkte auf minus 17,1. Dieser Anstieg wurde von vielen als Indiz für eine mögliche Trendwende gewertet. Doch der im dritten Quartal eingetretene Rückfall zeigt, dass die positive Entwicklung nicht stabil war. Der erneute Abfall unter den Wert vom Jahresbeginn verdeutlicht, dass die Praxen erneut mit einer Verschärfung konfrontiert sind und die zeitweilige Erholung nicht ausreichte, um dauerhaft gegenläufige Entwicklungen abzufangen.

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