ePA: Kliniken ringen weiter mit Umsetzung trotz Verpflichtung

Die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) in deutschen Krankenhäusern kommt nur schleppend voran. Obwohl die Nutzung seit Oktober verpflichtend ist, kann bislang nur ein Teil der Kliniken die digitale Akte einsetzen. Gründe sind unter anderem technische Hürden, fehlende Ressourcen und komplexe Anforderungen.

Krankenhaus digital

Berlin. Die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) in den deutschen Krankenhäusern kommt nur schleppend voran. Bislang kann erst gut ein Viertel der Kliniken die digitale Akte aktiv einsetzen. Das hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) in einer Blitzumfrage erhoben. Laut Gesetz sollen Praxen, Krankenhäuser und Apotheken die ePA bereits seit Oktober 2024 nutzen. Nach Angaben der DKG arbeiten die Kliniken intensiv an der Einführung, sehen sich jedoch mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. 

Krankenhäuser stehen vor technischen Hürden und komplexen Anforderungen

Die verzögerte Einführung ist laut DKG vor allem technisch bedingt. Die Integration der ePA in bestehende IT-Systeme erweist sich demnach in vielen Fällen als komplex. Unterschiedliche Softwarelösungen, fehlende Schnittstellen und eine hohe Abhängigkeit von externen Dienstleistern erschweren den Prozess zusätzlich.

Hinzu kommen umfangreiche Anforderungen an den Datenschutz, da die Verarbeitung sensibler Gesundheitsdaten strengen Vorgaben unterliegt und die entsprechende Datensicherheit technisch umgesetzt werden muss. Das führt laut DKG zu zusätzlichen Entwicklungs- und Prüfaufwänden, die den Zeitplan vieler Kliniken belasten.

Zudem berichten zahlreiche Krankenhäuser laut der Umfrage von Problemen bei der Anbindung an die Telematikinfrastruktur. Diese bildet die Grundlage für den Austausch von Gesundheitsdaten, ist jedoch selbst Gegenstand fortlaufender Weiterentwicklungen. Verzögerungen oder technische Störungen wirken sich daher unmittelbar auf die Einführung der ePA aus.

Personalbedarf für ePA-Einführung konkurriert mit anderen Anforderungen

Neben technischen Fragen spielen auch personelle Faktoren eine zentrale Rolle bei der schleppenden ePA-Einführung. Viele Krankenhäuser sehen sich mit einem Mangel an qualifiziertem IT-Personal konfrontiert. Die Umsetzung digitaler Projekte konkurriert zudem mit anderen dringenden Aufgaben im Klinikalltag. 

Die Einführung der ePA erfordert aber nicht nur technische Anpassungen, sondern auch Veränderungen in den Arbeitsabläufen. Mitarbeitende müssen im Umgang mit neuen Systemen geschult werden und bestehende Prozesse angepasst werden. Nach Angaben der DKG ist der Schulungsbedarf in vielen Häusern hoch. Die Integration der ePA in den Klinikalltag erfordert daher Zeit und Ressourcen, die im laufenden Betrieb nur begrenzt zur Verfügung stehen. Das trägt dazu bei, dass die Einführung langsamer voranschreitet als ursprünglich geplant.

Zudem reichen laut DKG die vorhandenen Fördermittel in vielen Fällen nicht aus, um die tatsächlichen Kosten zu decken. Deshalb werden Projekte oft verzögert oder nur schrittweise umgesetzt.

DKG bewertet Bemühungen der Krankenhäuser als positiv

Angesichts dieser Schwierigkeiten bewertet die DKG das Engagement der Häuser in einer Pressemitteilung zur Umfrage als positiv und verweist darauf, dass die Krankenhäuser die Umsetzung trotz widriger Bedingungen vorantreiben. Die elektronische Patientenakte bleibe dabei ein zentraler Baustein der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Die DKG stehe hinter dem Ziel, medizinische Informationen sektorenübergreifend verfügbar zu machen und damit die Versorgung zu verbessern. 

Autor:
Stand:
29.03.2026
Quelle:

Deutsche Krankenhausgesellschaft: Kliniken treiben Einführung der ePA trotz widriger Bedingungen voran, zuletzt abgerufen am 26. März 2026
 

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