Fast jeder Fünfte verschweigt Beschwerden beim Arzt

Gesundheitliche Probleme kommen im Arztgespräch nicht immer zur Sprache. In einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Barmer gaben 18 Prozent an, bestimmte Themen bereits aus Scham, Peinlichkeit oder Misstrauen nicht angesprochen zu haben. Bei jungen Erwachsenen sind es 28 Prozent.

Arzt befragt Patienten

Berlin. Beschwerden werden in der Arztpraxis nicht immer offen angesprochen. In einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Barmer berichten 18 Prozent der Erwachsenen, gesundheitliche Probleme aus Scham, Peinlichkeit oder Misstrauen beim Arztbesuch nicht thematisiert zu haben. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede nach Alter und Geschlecht.

Ein grundsätzlich fehlendes Vertrauen in die Ärzteschaft lässt sich aus den Ergebnissen nicht ableiten. 92 Prozent der Teilnehmer gaben an, Ärzten zu vertrauen, wenn es um ihre Gesundheit geht.

Der Barmer Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. med. Christoph Straub plädiert für Offenheit im Arzt-Patienten-Gespräch, denn falsche Scham könne den Behandlungserfolg beeinträchtigen. „Es besteht kein Anlass, bestimmte Beschwerden zu verschweigen. Das Arzt-Patientenverhältnis ist geschützt, es unterliegt aus gutem Grund der ärztlichen Schweigepflicht," so Straub.

Frauen verschweigen gesundheitliche Probleme häufiger

Bei der Frage nach bereits verschwiegenen gesundheitlichen Problemen zeigt die Befragung einen deutlichen Unterschied zwischen Frauen (23 Prozent) und Männern (13 Prozent). Die Differenz beträgt damit zehn Prozentpunkte.

Besonders ausgeprägt ist das Verschweigen bei jungen Erwachsenen. In der Altersgruppe von 18 bis 29 Jahren gaben 28 Prozent an, bestimmte Beschwerden beim Arzt bereits nicht angesprochen zu haben. Unter den Befragten ab 60 Jahren waren es 13 Prozent. 

Beziehungsprobleme gelten als besonders schwieriges Gesprächsthema

Die Befragung erfasst nicht, welche konkreten gesundheitlichen Probleme die Teilnehmer in der Vergangenheit verschwiegen haben. Neben bereits verschwiegenen Beschwerden fragte Forsa danach, welche Themen den Teilnehmern in einem Arztgespräch Schwierigkeiten bereiten würden. Die Angaben beziehen sich dabei nicht darauf, ob die jeweilige Situation bei den Befragten tatsächlich bereits eingetreten ist.

Am häufigsten nannten die Teilnehmer Beziehungs- und Partnerschaftsprobleme. 28 Prozent erklärten, Schwierigkeiten damit zu haben, solche Probleme bei einem Arztbesuch anzusprechen. Auch Themen rund um Sexualität werden vergleichsweise häufig als schwierig empfunden. 25 Prozent der Befragten gaben an, Sexualgesundheit und sexuelle Probleme nur schwer bei einem Arztbesuch ansprechen zu können.

Frauen nennen häusliche Gewalt häufiger als sensibles Thema

Auch bei den sensiblen Gesprächsthemen unterscheiden sich die Angaben von Frauen und Männern. Besonders deutlich zeigt sich dies bei häuslicher Gewalt und Missbrauch. 25 Prozent der befragten Frauen erklärten, Schwierigkeiten damit zu haben, dieses Thema bei einem Arztbesuch anzusprechen. Unter den Männern waren es 14 Prozent. 

Bei Gewichtsproblemen und Essstörungen zeigt sich ebenfalls ein Geschlechterunterschied. 17 Prozent der Frauen gaben an, solche Probleme nur schwer thematisieren zu können. Bei den Männern lag der Anteil bei sieben Prozent.

Über die Umfrage: Für die Erhebung befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Januar und Februar 2026 insgesamt 1.791 Personen ab 18 Jahren im Auftrag der Barmer. Die Befragung erfolgte mittels computergestützter Telefoninterviews. Die Ergebnisse wurden nach Region, Alter, Geschlecht und Schulbildung gewichtet. Die statistische Fehlertoleranz gibt die Barmer mit plus beziehungsweise minus 3,2 Prozentpunkten an. Aufgrund von Rundungsdifferenzen können zusammengefasste Einzelwerte vom Gesamtwert von 100 Prozent abweichen.

Autor:
Stand:
30.08.2026
Quelle:

BARMER: Umfrage: Fast jeder Fünfte verschweigt etwas beim Arzt, zuletzt aufgerufen am 27. August 2026.

Hinweis: Bei der Recherche, Strukturierung oder Erstellung dieses Beitrags können KI-gestützte Werkzeuge unterstützend eingesetzt worden sein. Die fachliche Verantwortung, Quellenprüfung und redaktionelle Freigabe erfolgen durch Autor:innen und Redaktion.

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