BIÖG-Studie: Kokainkonsum bei jungen Erwachsenen verdreifacht

Die Drogenaffinitätsstudie 2025 des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) zeigt: Der Konsum illegaler Drogen bei jungen Erwachsenen nimmt zu. Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung beim Kokainkonsum: Der Anteil der 18- bis 25-jährigen Kokainkonsumenten hat sich innerhalb von zehn Jahren mehr als verdreifacht.

Kokainkonsum

Berlin. Der Konsum illegaler Drogen unter jungen Erwachsenen in Deutschland nimmt zu. Besonders auffällig ist die Entwicklung beim Kokainkonsum. Das geht aus der Drogenaffinitätsstudie 2025 des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) hervor. Fast ein Fünftel der jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 (18,7 Prozent) hat Erfahrungen mit illegalen Drogen. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als bei der vorherigen Erhebung aus dem Jahr 2023 (13,5 Prozent).

Männer konsumieren illegale Drogen doppelt so oft wie Frauen

Besonders hoch ist der Anteil der Konsumenten demnach unter Männern. Mit fast einem Viertel (23,8 Prozent) liegt der Anteil der Männer, die im vergangenen Jahr mindestens einmal Kokain konsumiert haben, nahezu doppelt so hoch wie bei jungen Frauen zwischen 18 und 25.  23,8 Prozent der Männer und 12,9 Prozent der Frauen berichten über Erfahrungen mit illegalen Drogen. 

Kokainkonsum hat sich deutlich erhöht

Besonders auffällig ist die Entwicklung beim Kokainkonsum. Nach Angaben des BIÖG stieg der Anteil der 18- bis 25-Jährigen, die in den zwölf Monaten vor der Befragung mindestens einmal Kokain konsumiert hatten, von 1,2 Prozent im Jahr 2015 auf 4,1 Prozent im Jahr 2025. Damit hat sich der Anteil innerhalb von zehn Jahren mehr als verdreifacht.

Kokainkonsum junger Frauen stark gestiegen

Auch bei der geschlechtsspezifischen Auswertung zeigt sich ein deutlicher Anstieg. Unter den jungen Männern erhöhte sich der Anteil der Kokainkonsumierenden von 1,8 Prozent im Jahr 2015 auf 5,7 Prozent im Jahr 2025. Bei den jungen Frauen stieg der Anteil im selben Zeitraum von 0,5 Prozent auf 2,4 Prozent. Damit hat sich die Zahl der kokainerfahrenen jungen Frauen nahezu verfünffacht, während sich die Zahl bei den Männern mehr als verdreifachte.

Abwasseranalysen bestätigen den Trend

Die Ergebnisse der Befragung decken sich mit anderen Beobachtungen zum Drogenkonsum. Nach Angaben des BIÖG deuten Abwasseranalysen der Drogenagentur der Europäischen Union (EUDA) in deutschen Städten ebenfalls auf eine Zunahme des Kokainkonsums in den vergangenen Jahren hin. Auch international gilt Kokain als Wachstumsmarkt. Nach Angaben des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) stieg die Zahl der Kokainkonsumierenden weltweit zwischen 2013 und 2023 von 17 Millionen auf 25 Millionen Menschen. Insgesamt konsumierten im Jahr 2023 weltweit schätzungsweise 316 Millionen Menschen illegale Drogen.

Bundesdrogenbeauftragter für Sucht- und Drogenfragen sieht gefährliche Entwicklung

Der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Hendrik Streeck, äußerte sich besorgt über die Entwicklung. Er erklärte, junge Menschen kämen leichter an immer potentere Substanzen und digitale Kanäle beschleunigten diesen Zugang und verharmlosten Risiken, die real und oft lebensgefährlich seien. Besonders alarmierend sei der Anstieg des Kokainkonsums bei jungen Erwachsenen. Nach seinen Angaben gilt Kokain vielen jungen Menschen noch immer oder wieder verstärkt als Party- oder Leistungsdroge, obwohl die Substanz schnell abhängig machen und schwere Schäden an Herz, Gehirn und Psyche verursachen könne.

Über die Studie: Die Drogenaffinitätsstudie wird seit 1973 regelmäßig erhoben und untersucht den Konsum legaler und illegaler Substanzen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland. Für die repräsentative Erhebung wurden zwischen April und Juli 2025 insgesamt 7.001 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12 bis 25 Jahren befragt.

Autor:
Stand:
29.06.2026
Quelle:

Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): Weltdrogentag 2026: Kokainkonsum unter jungen Erwachsenen nimmt zu, zuletzt abgerufen am 25. Juni 2026
 

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