BVMed: 60 Millionen Fahrzeuge als Potenzial für die Erste Hilfe nutzen

In Deutschland sind rund 60 Millionen Fahrzeuge mit Verbandkasten unterwegs. Der Bundesverband Medizintechnologie sieht darin ein Potenzial für die Erste Hilfe und appelliert an Autofahrer, ihre Notfallausrüstung vor der Urlaubssaison zu kontrollieren.

Junge Frau Autoverbandskasten

Jährlich werden bei Verkehrsunfällen in Deutschland rund 365.000 Menschen verletzt.  Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) fordert eine stärkere Einbindung von Kfz‑Verbandkästen in die Laien‑Notfallversorgung. In Deutschland seien rund 60 Millionen Fahrzeuge mit einem Verbandkasten ausgestattet. Dieses Potenzial werde bislang zu wenig genutzt, so der Verband.

„60 Millionen Kraftfahrzeuge mit Verbandkasten bedeuten: wir haben in Deutschland 60 Millionen potenzielle Ersthelfer“, sagt BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Verbandkästen sollten deshalb nicht nur als vorgeschriebene Fahrzeugausstattung dienen, sondern auch stärker in Präventionskampagnen und Konzepte der Notfallversorgung integriert werden.

Erste Hilfe bereits in der Schule vermitteln

Nach Ansicht des BVMed sollte Erste Hilfe verbindlich ab der 7. Klasse unterrichtet und mit regelmäßigem Reanimationstraining kombiniert werden. Der sichere Umgang mit Verbandmaterialien müsse früh erlernt und regelmäßig aufgefrischt werden. Neben dem nötigen Wissen sei eine funktionstüchtige Ausstattung entscheidend. Daher sollten Verbandkästen regelmäßig auf Vollständigkeit und die Haltbarkeit steriler Materialien überprüft werden.

Verbandkasten vor der Urlaubsfahrt kontrollieren

Mit Beginn der Reisesaison empfiehlt der BVMed, die Notfallausrüstung im Fahrzeug zu kontrollieren. Ein Verbandkasten nach DIN 13164:2022 muss vollständig bestückt sein und seit der Normaktualisierung auch zwei medizinische Gesichtsmasken enthalten. Zudem sollten alle steril verpackten Materialien unbeschädigt und innerhalb ihres Haltbarkeitsdatums sein.

Zur vorgeschriebenen Sicherheitsausstattung gehören außerdem ein Warndreieck und mindestens eine Warnweste nach DIN EN 471 oder EN ISO 20471:2013. Der Verband empfiehlt, für alle Mitreisenden Warnwesten mitzuführen. Sie sind auch in Kindergrößen erhältlich. Autofahrer sollten zudem vor Fahrtantritt prüfen, wo Verbandkasten, Warnwesten und Warndreieck im Fahrzeug verstaut sind. Ein schneller Zugriff könne im Notfall wertvolle Zeit sparen.

Das gehört in den Verbandkasten

Die aktuelle Norm DIN 13164:2022 schreibt unter anderem zwei medizinische Gesichtsmasken, verschiedene Pflaster und Verbandpäckchen, Wundkompressen, Fixierbinden, eine Rettungsdecke, Einmalhandschuhe, Feuchttücher, ein Dreiecktuch, eine Schere sowie eine Erste-Hilfe-Broschüre vor. Der BVMed empfiehlt, die Ausstattung regelmäßig mit dem Inhaltsverzeichnis zu vergleichen und fehlende oder abgelaufene Bestandteile zu ersetzen.

Autor:
Stand:
14.06.2026
Quelle:

BVMed - Bundesverband Medizintechnologie e.V.: Pressemitteilung, 02.06.2026

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