PKV: Dramatisch gestiegene Ausgaben für Gürtelrose-Impfung

Der PKV-Verband meldet einen drastischen Anstieg der Ausgaben für Gürtelrose-Impfungen: von 8,3 auf 108,8 Millionen Euro zwischen 2019 und 2023. Hauptgrund ist eine offizielle Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission. Zudem wächst das Interesse durch Studien zu einer möglichen Demenz-Vorbeugung.

Älterer Herr Impfung

Köln. Die Ausgaben der Privaten Krankenversicherung (PKV) für Gürtelrose-Impfungen sind zwischen 2019 und 2023 von 8,3 Millionen Euro auf 108,8 Millionen Euro gestiegen. Damit haben sich diese Ausgaben innerhalb von vier Jahren um den Faktor 13 vervielfacht. Zugleich stiegen die PKV-Impfstoffausgaben nach Angaben des Verbands der Privaten Krankenversicherung im Jahr 2023 insgesamt um 14,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und um 77,4 Prozent in den vergangenen fünf Jahren. Die Entwicklung der Impfkosten zeigte, dass immer mehr Versicherte den medizinischen Fortschritt nutzen und in ihre Gesundheit investieren. Das könne langfristig dazu beitragen, schwere Erkrankungen und Folgebehandlungen zu vermeiden.

Impfempfehlung für den Totimpfstoff Shingrix im Jahr 2018

Wichtigster Grund des Ausgabenanstiegs ist ein neuer Impfstoff gegen Gürtelrose, den die Ständige Impfkommission (STIKO) seit 2018 für Personen ab 60 Jahren und für Menschen ab 50 Jahren mit erhöhtem Risiko als Standardimpfung empfiehlt. Mit dieser Empfehlung und der anschließenden Bestätigung des Gemeinsame Bundesausschusses (G-BA) wurde die Gürtelrose-Impfung mit dem vergleichsweise hochpreisigen Totimpfstoff Shingrix in der gesetzlichen Krankenversicherung erstattungsfähig. In der PKV wird die Impfung ebenfalls in der Regel vollständig erstattet. Viele Anbieter rechnen laut PKV-Verband die Impfkosten zudem nicht auf Selbstbehalte oder Beitragsrückerstattungen an, um zusätzliche Anreize für die Prävention zu schaffen.

Demenz-Prävention: Nebenwirkung der Gürtelrose-Impfung sorgt für weiteren Aufwind

Normalerweise sorgen Berichte über Nebenwirkungen von Impfungen für große Impfskepsis. Im Fall der Gürtelrose-Impfung dürfte es anders sein. Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass die Gürtelrose-Impfung eine vorbeugende Wirkung gegen Demenz haben könnte. Diese Forschung hebt das Interesse über die reine Infektionsprävention hinaus – ein zusätzlicher Faktor, der die steigende Nachfrage und damit die Ausgaben der PKV erklären könnte.

Über die Gürtelrose-Impfung: Prävention mit Wirkung

In Deutschland erkranken jährlich etwa 300.000 Menschen an Gürtelrose. Die Häufigkeit nimmt ab dem 60. Lebensjahr deutlich zu, auch die Komplikationsrate steigt. Die Impfung verhindert rund 90 Prozent der Erkrankungen und schützt außerdem vor schweren Krankheitsverläufen und langfristigen Komplikationen, die mit erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen einhergehen können. Die Impfung erfolgt in zwei Dosen im Abstand von zwei bis sechs Monaten; die Wirksamkeit beträgt mindestens vier Jahre, vermutlich sogar bis zu acht Jahre.

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Stand:
25.08.2025
Quelle:

Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV): Ausgaben für Gürtelrose-Impfung steigen deutlich

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