Heilberufler: Stimmung verharrt im negativen Bereich

Die wirtschaftliche Stimmung in den Heilberufen bleibt angespannt. Zwar verschlechtert sich die aktuelle Lage, doch der Blick in die Zukunft fällt etwas optimistischer aus als im Vorquartal.

Stimmungsbarometer - negative Stimmung

Die wirtschaftliche Lage der Heilberufler zeigt zum Jahresauftakt ein widersprüchliches Bild: Während viele ihre aktuelle Situation deutlich schlechter einschätzen, blicken sie zugleich etwas zuversichtlicher auf die kommenden Monate. Insgesamt bleibt die Stimmung jedoch im negativen Bereich.

Der Gesamtwert sank im 1. Quartal 2026 leicht um 0,8 Punkte auf -13,8. Besonders ins Gewicht fällt die deutlich schlechtere Bewertung der aktuellen Lage, die um 5,1 Punkte zurückging. Gleichzeitig stiegen die Erwartungen für die nächsten sechs Monate um 3,0 Punkte. Das ist ein Hinweis darauf, dass viele Heilberufler auf eine wirtschaftliche Entspannung hoffen.

Ergotherapeuten im Plus, Apotheker weiter Schlusslicht

Die Entwicklung innerhalb der einzelnen Berufsgruppen zeigt ein heterogenes Bild. Ergotherapeuten setzen ihren positiven Trend fort und verbessern ihre Stimmung zum vierten Mal in Folge. Mit einem Wert von 5,4 liegen sie als einzige Gruppe im positiven Bereich. Hebammen verzeichnen den stärksten Zuwachs: Ihre Stimmung steigt um 10,6 Punkte und erreicht den besten Stand seit fast drei Jahren. Dennoch bleiben sie mit -30,0 im unteren Bereich.

Auch Apotheker zeigen eine leichte Erholung. Nach deutlichen Rückgängen in den Vormonaten steigt ihre Stimmung um 7,2 Punkte. Mit -50,8 bilden sie jedoch weiterhin das Schlusslicht. Bei anderen Berufsgruppen überwiegen die negativen Entwicklungen: Physiotherapeuten (-10,1), Logopäden (-13,8) und Heilpraktiker (-3,1) berichten von einer Eintrübung. Letztere rutschen erstmals seit Beginn der Erhebung in den negativen Bereich

Politische Entscheidungen als Belastung

Als wichtigste Belastung nennen die Heilberufler weiterhin politische Entscheidungen und regulatorische Vorgaben. 64,1 % sehen hierin einen negativen Einfluss auf ihre Arbeit. Neu in den Top drei ist der Faktor „aktuelle Ereignisse“: 43,0 % fühlen sich dadurch beeinträchtigt. Das ist deutlich mehr als im Vorquartal. 

Weitere Belastungen sind die eigene Arbeitszeit (42,0 %), die Digitalisierung (40,6 %) sowie administrative Aufgaben (38,8 %). Die Ergebnisse verdeutlichen die anhaltend hohe strukturelle Belastung im Praxisalltag.

Stimmungseinbruch bei Psychotherapeuten

Auch bei den niedergelassenen Ärzten zeigt sich eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Stimmung. Der Gesamtwert sinkt um 5,2 Punkte auf -26,1. Besonders gravierend ist der Einbruch bei den Psychologischen Psychotherapeuten: Ihre Stimmung fällt um mehr als 20 Punkte auf den tiefsten Stand seit 2017. Hintergrund sind angekündigte Vergütungskürzungen. 

Hausärzte (-30,4) und Zahnärzte (-27,5) bewerten ihre Lage ebenfalls pessimistischer. Lediglich Fachärzte können sich leicht verbessern (-25,8).

Strukturelle Probleme verschärfen die Lage

Wie bei den anderen Heilberuflern dominieren auch bei den Ärzten politische Vorgaben die Liste der Störfaktoren. 68,6 % nennen Entscheidungen „von oben“ als größte Belastung. Es folgen Digitalisierung (63,0 %), Bürokratie (47,9 %), aktuelle Ereignisse (44,0  %) und Arbeitszeit (43,1 %). Der deutliche Stimmungseinbruch bei einzelnen Gruppen wird damit zunehmend als Warnsignal sowohl für die wirtschaftliche Stabilität der Praxen als auch für die Versorgungssicherheit gewertet.

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Stand:
10.04.2026
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