Am 30. April 2026 hat die gematik die diesjährige Befragung zum TI-Atlas gestartet. Ziel ist es, den Stand der Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen systematisch zu erfassen und als Datengrundlage aufzubereiten.
Aufruf zur Teilnahme
Gemeinsam mit dem IGES Institut werden bundesweit rund 45.000 Einrichtungen angeschrieben. Neben etwa 3.000 Apotheken richtet sich die Erhebung an ein breites Spektrum von Akteuren, darunter Arzt- und Zahnarztpraxen, Psychotherapiepraxen, Krankenhäuser, Reha- und Vorsorgeeinrichtungen sowie Gesundheitsämter und Pflegeeinrichtungen.
Es läuft ergänzend parallel eine bevölkerungsrepräsentative Umfrage. Unterstützt wird die Befragung auch vom Deutscher Apothekerverband. Die Teilnahme ist bis zum 31. Mai 2026 möglich.
Fokus auf ePA, TI-Stabilität und neue Anwendungen
Inhaltlich setzt der TI-Atlas 2026 mehrere Schwerpunkte. Im Zentrum steht die Nutzung der elektronischen Patientenakte (ePA) und ihr konkreter Mehrwert im Versorgungsalltag. Ebenso werden Erfahrungen mit der Stabilität der Telematikinfrastruktur (TI) erhoben, hier vor allem im Zusammenhang mit dem TI-Gateway.
Darüber hinaus richtet sich der Blick auf Zukunftstechnologien. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI), der digitale Medikationsprozess sowie die E-Überweisung sollen hinsichtlich Nutzung, Alltagstauglichkeit und Potenzial bewertet werden. Mit der zunehmenden Verankerung digitaler Anwendungen rücken damit praktische Erfahrungen stärker in den Fokus.
Einblicke aus der Praxis
Digitale Anwendungen wie die ePA, das E-Rezept oder KIM-Dienste – etwa das elektronische Beantragungs- und Genehmigungsverfahren – sind in vielen Praxen bereits etabliert. Gleichzeitig zeigen die bisherigen Erfahrungen, dass bei Stabilität, Benutzerfreundlichkeit und Weiterentwicklung weiterhin Optimierungsbedarf besteht.
Die Perspektive der Apotheken gilt als relevant, da sie Schnittstellen im Medikationsprozess abbilden. Rückmeldungen aus der Praxis helfen, Stärken und Schwächen digitaler Anwendungen zu identifizieren und gezielt weiterzuentwickeln. Die Teilnahme an der rund 15- bis 20-minütigen Befragung ist freiwillig, erfolgt anonymisiert und soll dazu beitragen, digitale Prozesse im Gesundheitswesen zu verbessern.
Ergebnisse ab Juli 2026
Die Befragung wird in enger Abstimmung mit den Gesellschaftern der gematik durchgeführt und wissenschaftlich begleitet. Die Ergebnisse sollen ab Juli 2026 veröffentlicht werden. Sie sollen Entscheidungsträgern aus Politik, Selbstverwaltung und Praxis einen aktuellen Einblick in die Digitalisierung der Versorgung bieten.












