Hohe Prävalenz von Angststörungen und Depressionen bei Kindern mit ADHS

Angststörungen und Depressionen bei Kindern mit ADHS sind weit verbreitet und können schon im Vorschulalter auftreten! Erfahren Sie mehr über die entscheidenden Erkenntnisse dieser neuen Studie und warum eine frühzeitige Erkennung und Behandlung entscheidend sein könnten, um das Leben dieser Kinder zu verbessern.

Depression Kind

Angststörungs- und depressive Symptome können bereits im Vorschulalter auftreten, insbesondere bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), einer Erkrankung, die durch unangemessene Hyperaktivität-Impulsivität und Unaufmerksamkeit charakterisiert ist. Das gleichzeitige Auftreten dieser Störungen bei Kindern mit ADHS ist mit einer erhöhten Beeinträchtigung verbunden und kann die Prognose in der Adoleszenz verschlechtern.

Eine kürzlich durchgeführte Metaanalyse schätzte die Prävalenz von Angststörungen bei Kindern unter 7 Jahren auf 8,5%, von Depression auf 1,1% und von ADHS auf 4,3%. Bei Kindern mit ADHS ist die Prävalenz von Angststörungen und Depressionen jedoch etwa 4,5 bzw. 17,3-mal höher als bei Kindern ohne ADHS.

Komplexe Beziehung zwischen Angststörungen und ADHS

Ein aktuelles Review weist darauf hin, dass Angststörungen und ADHS eine komplexe, wechselseitige Beziehung haben können, wobei eine Erkrankung die andere auslösen oder ihren Verlauf beeinflussen kann.

Prädiktoren von Angststörungen und Depression bei Kindern

Eine aktuelle prospektive longitudinale Studie untersuchte, ob von Eltern oder Lehrern berichtete Symptome von Ängstlichkeit, Depression und ADHS im Alter von drei Jahren als Prädiktoren für Angststörungen und/oder Depression bei Kindern mit und ohne ADHS im Alter von acht Jahren dienen können. Die Studie schloss Daten von zwei Gruppen ein: eine mit erhöhten ADHS-Symptom-Scores und eine zufällige Gruppe. Für das 8-Jahres-Follow-Up standen Daten von 783 Teilnehmern zur Verfügung.

Ergebnisse der Studie

Mit 8 Jahren litten 7,8% der Kinder an Angststörungen oder Depressionen, und bei 44% von ihnen wurde gleichzeitig ADHS diagnostiziert. Multivariate Analysen zeigten, dass von Eltern berichtete Ängstlichkeit und depressive Symptome signifikante Prädiktoren für eine nachfolgende Ängstlichkeit/Depression darstellen (p=0,053).

Schlussfolgerungen und Empfehlungen

Die Autoren der Studie schlussfolgern, dass es sinnvoll sein könnte, Eltern und Lehrer nach dem Vorhandensein von Angst- und depressiven Symptomen zu fragen, um Kinder zu identifizieren, die im Schulalter ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Angststörungen und/oder Depressionen haben, unabhängig von der Anwesenheit von ADHS-Symptomen. Da Symptome für Angststörungen und Depressionen bei kleinen Kindern häufig übersehen werden, sollten standardisierte Methoden wie Fragebögen verwendet werden.

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Orphan Disease Finder
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