Giardiasis

Giardiasis ist eine durch den Protozoenparasiten Giardia lamblia (auch bekannt als Lamblien) verursachte Infektionskrankheit, die hauptsächlich den Magen-Darm-Trakt betrifft. Sie tritt häufig in Regionen mit schlechten hygienischen Bedingungen auf und kann sowohl akut als auch chronisch verlaufen.

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Giardiasis ist eine häufige parasitäre Infektion des Magen-Darm-Trakts, verursacht durch Giardia lamblia, auch als Lamblien bekannt. Diese Erkrankung ist weltweit verbreitet und tritt besonders in Gebieten mit unzureichender Wasserversorgung und schlechten hygienischen Bedingungen auf. Sie betrifft sowohl Kinder als auch Erwachsene und kann zu erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.

 

 

Ätiologie

  • Erreger: Giardia lamblia (auch bekannt als Giardia intestinalis oder Giardia duodenalis), ein Protozoenparasit, umgangssprachlich als Lamblien bezeichnet.
  • Übertragungsweg: Die häufigste Übertragungsquelle sind Zysten, die durch kontaminiertes Wasser, Lebensmittel oder direkten Kontakt aufgenommen werden.
  • Pathophysiologie: Aufnahme von Zysten. Im Dünndarm freigesetzte Trophozoiten heften sich an die Darmwand, verursachen Entzündungen und beeinträchtigen die Nährstoffaufnahme.

Vorkommen

  • Verbreitung: Giardiasis ist global verbreitet, mit höheren Inzidenzraten in Entwicklungsländern aufgrund mangelnder Hygiene und unzureichender Wasserversorgung.In Industrieländern treten Infektionen vor allem bei Reisenden, in Kindergärten und Gemeinschaftseinrichtungen auf.
  • Fallzahlen weltweit: Schätzungsweise 280 Millionen Fälle pro Jahr weltweit.
  • Relevanz in Deutschland: In Deutschland wurden 2022 1780 Fälle gemeldet, davon wurde knapp die Hälfte im Ausland erworben. 

Symptome

  • Inkubationszeit: Eine bis drei Wochen. 
  • Akute Giardiasis: Wässrige Diarrhoe, Bauchkrämpfe, Blähungen, Übelkeit und Gewichtsverlust. Die Symptome können einige Wochen andauern und klingen oft ohne Behandlung ab.
  • Chronische Giardiasis: Lang anhaltende oder wiederkehrende Durchfälle, Malabsorption, Gewichtsverlust und Müdigkeit. Es kann zur Mangelernährung und Wachstumsverzögerungen bei Kindern kommen. 

Auch nach erfolgreicher Behandlung der Giardiasis kann es langfristig zur Entwicklung von Folgeerscheinungen kommen. Dazu zählen neben wiederkehrenden gastrointestinalen Beschwerden ohne diagnostisches Korrelat auch extraintestinale Folgen wie z.B. chronische Fatigue.

Diagnostik

  • Anamnese und klinische Untersuchung: Beurteilung der Symptome und des Reiseverlaufs sowie potenzieller Expositionsquellen.
  • Stuhluntersuchung: Nachweis von Giardia-Zysten oder Trophozoiten in Stuhlproben mittels Mikroskopie. 
  • PCR: Molekularbiologischer Nachweis von Giardia-DNA in Stuhlproben zur genauen Identifikation des Erregers.

Therapie

  • Medikamentöse Therapie: Metronidazol, alternativ Tinidazol oder Nitazoxanid bei resistenten Fällen oder Unverträglichkeiten.
  • Supportive Maßnahmen: Rehydratation und symptomatische Behandlung bei Diarrhoe und Dehydratation.

Prophylaxe/Impfung

  • Impfung: Derzeit keine verfügbare Impfung gegen Giardiasis.
  • Hygienemaßnahmen: Sicherstellung von sauberem Trinkwasser und hygienischer Nahrungszubereitung, gründliches Händewaschen, besonders nach dem Toilettengang und vor dem Essen.
Autor:
Stand:
07.08.2024
Quelle:
  1. Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Giardiasis, aufgerufen am 07.08.2024.
  2. Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Giardiasis - CDC Yellow Book 2024, aufgerufen am 07.08.2024
  3. Mayo Clinic: Giardia infection (Giardiasis), aufgerufen am 07.08.2024
  4. Halliez und Buret (2013): Extra-intestinal and long term consequences of Giardia duodenalis infections, World Journal of Gastroenterology, DOI: 10.3748/wjg.v19.i47.8974
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