Zielsetzung einer aktuellen Studie war es, herauszufinden, welche klinischen, demografischen und behandlungsbezogenen Faktoren mit dem Fortschreiten von Organschäden bei kindlichem, systemischem Lupus erythematodes (cSLE) in Verbindung stehen. Durch die Einteilung von Patienten entsprechend ihres durchschnittlichen Krankheitsniveaus, gemessen am Physician Global Assessment (PGA)- und Adjusted Mean SLE Disease Activity Index (AMS)-Score, sollten unabhängige Prädiktoren für Schädigungen identifiziert werden, auch bei Patienten mit niedriger Krankheitsaktivität.
Pädiatrische Patienten mit cSLE-Diagnose
Für die Studie wurden Daten von 430 Patienten aus der UK JSLE Kohortenstudie herangezogen, die vor dem 18. Lebensjahr die Diagnose cSLE erhalten hatten. Ein neuer Schaden war definiert als eine Erhöhung um eine oder mehr Einheiten im Score des Systemic Lupus International Collaborative Clinics/American College of Rheumatology Damage Index (SLICC SDI).
Mithilfe spezieller Modelle untersuchten die Forscher wie bestimmte Faktoren das Risiko für neue Schäden beeinflussen, darunter Alter oder Geschlecht, Prednisolondosis oder Methylprednisolon-Exposition sowie initiale Organschäden, anfängliche Nierenbeteiligung und die durchschnittliche Krankheitsaktivität. Dies geschah sowohl für die gesamte Kohorte sowie für zwei Untergruppen, basierend auf der Krankheitsaktivität – eine mit niedriger Aktivität, die andere mit mittlerer bis hoher Aktivität.
Krankheitsaktivität und Methylprednisolon spielen eine Rolle
Die Forscher untersuchten 430 Patienten und 4738 Besuche. Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 46 Monate. Dabei kam es bei 99 Patienten (23%) zu Organschäden. Bei 15 Patienten (3,5%) lag jedoch nur ein einziger dokumentierter Besuch vor.
Es zeigte sich, dass die Anwendung von Methylprednisolon (HR 2,20, [KI 1,33-3,62]; p=0,002) sowie das Vorliegen einer höheren Krankheitsaktivität (zeitlich angepasster mittlerer PGA-Score: HR 2,87; Konfidenzintervall [KI] 1,48 bis 5,56; p=0,002 sowie AMS-Score: HR 1,13; KI 1,03 bis 1,24; p=0,013) signifikant mit dem Risiko Organschäden zu entwickeln verbunden waren. Dies war sowohl in der gesamten Kohorte als auch in den Untergruppen mit den unterschiedlichen Krankheitsaktivitäten erkennbar.
In der Subgruppe mit niedriger Krankheitsaktivität traten bei 40 (20,5%) von 195 Patienten neue Schäden auf. In der Gruppe mit moderater/hoher Krankheitsaktivität bei 59 (28,1%) von 210 Patienten.
Methyprednisolon als Risikofaktor
Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass die Anwendung von Methylprednisolon einen Risikofaktor bzw. signifikanten Prädiktor für Schäden bei cSLE darstellt. Da dieser Faktor jedoch modifizierbar ist, empfehlen die Autoren, pädiatrische Dosierungsgrenzen von Methylprednisolon zu überprüfen. Diese liegen oftmals über den Empfehlungen für Erwachsene.
Zusätzlich schlagen die Forscher aufgrund des direkten Zusammenhangs zwischen Krankheitsaktivität und Schäden vor, eine niedrige Krankheitsaktivität anzustreben und aufrechtzuerhalten, um das Risiko von Organschäden zu verringern. Dafür müssen Behandlungsprotokolle aktualisiert werden, um die Anwendung von Kortikosteroiden zu begrenzen und gleichzeitig die Krankheitsaktivität effektiv zu steuern.








