Zu geringe körperliche Aktivität bei Patienten mit systemischem Lupus erythematodes

In einer Untersuchung mit über 1.000 systemischer Lupus erythematodes-Patienten zeigten Forscher, dass sich knapp die Hälfte von ihnen zu wenig bewegt. Dabei weisen die Studienergebnisse darauf hin, dass mehr Bewegung den Erkrankten zugutekommen könnte.

Walking

Körperliche Aktivität kann Mortalität und Morbidität senken

Der systemische Lupus erythematodes ist eine chronische Multisystemerkrankung und geht mit einem deutlich erhöhten kardiovaskulären Risiko einher. Die kardiovaskulären Events ereignen sich im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung meist in einem deutlich jüngeren Alter. Die Erkrankung ist daher eine häufige Todesursache von jungen Frauen. Auch körperliche Inaktivität erhöht das Mortalitätsrisiko. So haben Menschen, die sich nicht genügend bewegen ein um 20-30 % erhöhtes Risiko für die Gesamtmortalität. Der Grund hierfür sind meist kardiovaskuläre Ursachen. Hiermit passend konnte gezeigt werden, dass körperliche Aktivität die Mortalität und Morbidität senken kann. Allerdings erfüllen 27,5 % der Erwachsenen die WHO-Empfehlungen für körperliche Aktivität nicht. 

Studie untersuchte körperliche Aktivität bei Patienten mit systemischem Lupus erythematodes 

Vorangegangene Studien geben Hinweise darauf, dass insbesondere Patienten mit systemischem Lupus erythematodes eine reduzierte körperliche Aktivität aufweisen könnten. Bislang fehlen hierzu jedoch Daten aus großen, internationalen Kohorten. Daher untersuchte eine aktuelle Studie die körperliche Aktivität von 1.029 Patienten mit Lupus erythematodes und ob eine geringe Aktivität mit Fatigue, Schmerz, psychischer Belastung und depressiven Symptomen assoziiert ist. Die Studie erfasste die Informationen der Teilnehmer (95,8 % Frauen, medianes Alter 43) mit Hilfe standardisierter Selbstauskunftsverfahren - dem digitalen Lupus Expert system for the Assessment of Fatigue (LEAF) - Tool sowie dem International Physical Activity Questionnaire (IPAQ). Mit Hilfe des IPAQ ermittelten die Studienautoren die körperliche Aktivität in Metabolic equivalent of task (MET) pro Woche. Hierdurch wird der Energiebedarf jeder körperlichen Aktivität erfasst.  Die Wissenschaftler klassifizierten dann die körperliche Aktivität der Studienteilnehmer gemäß der WHO-Kriterien in niedrig, moderat oder hoch.

Etwa die Hälfte der Patienten erreichte nur niedrige körperliche Aktivitätslevel

Die Forscher sahen, dass die mediane körperliche Betätigung bei 240 Minuten körperlicher Aktivität pro Woche bzw. bei 936 MET pro Woche lag.  44,3 % (n =456) erreichten nur eine niedrige körperliche Aktivität. Sie unterschritten damit die von der WHO empfohlenen körperliche Aktivitätsniveaus. Möglicherweise spielen hier als Ursachen muskuloskelettale Schmerzen und Fatigue eine Rolle.

Körperliche Inaktivität mit erhöhter Fatigue, Depression, Schmerz und Stress assoziiert

Die Wissenschaftler zeigten weiterhin, dass signifikant inaktivere Patienten unter einer ausgeprägterer Fatigue, verstärkten Schmerzen, depressiven Symptomen und höherem Stresserleben litten. Dadurch könnte ein Teufelskreislauf aus Schmerzen, Fatigue und körperlicher Inaktivität entstehen.

Patienten könnten von mehr körperlicher Betätigung profitieren

Die Studienautoren weisen darauf hin, dass eine Erhöhung der körperlichen Aktivität auf 500-1000 MET pro Woche, wie von der WHO empfohlen, die Lebensqualität der Patienten erhöhen könnte und künftigen kardiovaskulären Ereignissen vorbeugen könnte.

Autor:
Stand:
10.07.2025
Quelle:

Mischler et al. (2025): Levels of physical activity in a large international cohort of patients with systemic lupus erythematosus Lupus Science & Medicine. DOI:10.1136/lupus-2024-001443.

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