Beim Systemischen Lupus Erythematodes (SLE) handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung aus der Gruppe der Kollagenosen, die sich häufig in muskuloskelettalen Beschwerden manifestiert. Im Rahmen einer systematischen Übersichtsarbeit widmeten sich Pena et al. der Metaanalyse von Studien, in denen die Muskelkraft, -masse und/oder -mobilität von Patienten mit SLE erfasst und mit der gesunden Population verglichen wurden. Ziel war es, herauszufinden, ob und inwieweit diese reduziert sind.
Weiterhin wurde ein Vergleich dieser Parameter zwischen SLE-Patienten und Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) durchgeführt. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine chronische Autoimmunerkrankung, die in erster Linie periphere Gelenke betrifft.
19 Studien in Review aufgenommen
In die Übersichtsarbeit wurden 19 Beobachtungsstudien aufgenommen, welche Muskelkraft, Magermasse und/oder die Muskelmobilität bei erwachsenen Patienten mit SLE erfassten. Anhand der Newcastle-Ottawa-Skala, einem Instrument zur Bewertung der Qualität nicht randomisierter Studien, wurden 13 der Studien als qualitativ hochwertig eingestuft.
Elf Studien wurden in die Metaanalyse zum Vergleich der Muskeleigenschaften von SLE-Patienten und gesunden Menschen aufgenommen. Da in einigen der Primärpublikationen Daten von Patienten mit RA vorlagen, fand zusätzlich ein Vergleich dieser Parameter bei SLE- und RA-Betroffenen statt.
Weiterhin wurden Metaregressionen zur Bewertung des Einflusses der Krankheitsdauer, des Alters, des Geschlechts sowie der Krankheitsaktivität durchgeführt.
Großteil der Patienten weiblich
In die Analysen zur Muskelkraft wurden Daten von 761 SLE-Patienten, 335 gesunden Personen und 101 RA-Patienten aufgenommen. Bei den Analysen der Magermasse waren es 305 Personen in der SLE-Gruppe, 453 gesunde Menschen und 89 RA-Patienten.
Die Studienteilnehmer waren zwischen 29 und 47 Jahre alt, wobei mehr als die Hälfte Frauen waren. Der Diagnosezeitpunkt lag drei bis 17,7 Jahre zurück. Die durchschnittliche SLE-Krankheitsaktivität, welche anhand des Systemic Lupus Erythematosus Disease Activity Index (SLEDAI) beurteilt wurde, war niedrig.
Muskelkraft bei SLE- und RA-Patienten geringer als bei Gesunden
Elf Studien nutzten Handgriff-Tests zur Beurteilung der isometrischen Handmuskelkraft, wobei die Ergebnisse in Kilogramm festgehalten wurden. Während gesunde Patienten bessere Werte erzielten als diejenigen mit SLE (29,34 kg gegenüber 21,74 kg), zeigten sich keine signifikanten Unterschiede in der Handmuskelkraft von Patienten mit SLE und Patienten mit RA.
Analysen nach Ausschluss zweier Studien, welche Daten von SLE-Patienten mit deformierender Athropathie enthielten, zeigten eine signifikant bessere Muskelkraft bei Patienten mit SLE ohne deformierender Athropathie im Vergleich zu Patienten mit RA.
SLE-Patienten ohne deformierender Athropathie wiesen eine größere Muskelkraft auf als SLE-Patienten mit dieser Krankheitsmanifestation.
Analysen der Handmuskelkraft ausschließlich weiblicher Studienteilnehmerinnen ergaben signifikant bessere Werte bei SLE-Patientinnen als bei RA-Patientinnen.
Muskelmasse von SLE-Patienten und Gesunden vergleichbar
Signifikante Unterschiede der Magermassen und der muskulären Mobilität zwischen den Studienteilnehmern mit SLE, RA und gesunden Personen wurden nicht beobachtet. Das Alter, der SLEDAI und die Zeit nach Krankheitsdiagnose hatten ebenfalls keinen nachweisbaren Einfluss auf die Muskelmasse.
Heterogenität der Primärpublikationen stellt Limitation dar
Die in die systematische Übersichtsarbeit aufgenommenen Studien weisen viele methodologische Unterschiede auf, was die Vergleichbarkeit der Ergebnisse beeinträchtigen könnte. Weiterhin wurde nicht in allen Studien zwischen Patienten mit und ohne deformierender Athropathie der Hände differenziert, welche die Muskelkraft-Werte potenziell stark beeinflusst.
Fazit: Muskelkraft bei Patienten mit SLE im Vergleich zur gesunden Population herabgesetzt
Obwohl die Magermasse bei SLE-, RA- und gesunden Patienten ähnlich zu sein scheint, zeigen die Studienergebnisse eine reduzierte Muskelkraft bei SLE- und RA- Patienten im Vergleich zur gesunden Population.








