Gerade noch war das Eis erfrischend, im nächsten Moment zieht ein scharfer Schmerz durch Stirn oder Schläfe. Umgangssprachlich heißt das Brain Freeze oder Eiscreme-Kopfschmerz. In der Internationalen Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen wird das Phänomen als Kopfschmerz durch Aufnahme oder Einatmen eines Kältereizes geführt.
Kälte trifft auf empfindliche Nervenbahnen
Der Schmerz entsteht, wenn sehr kalte Nahrung, Getränke oder Luft den Gaumen beziehungsweise die hintere Rachenwand reizen. Nach den Kriterien der Klassifikation beginnt der Kopfschmerz unmittelbar nach dem Kältereiz und klingt nach dessen Ende innerhalb kurzer Zeit wieder ab. Besonders häufig wird der Schmerz an Stirn oder Schläfen wahrgenommen.
Warum der Reiz im Mund als Schmerz im Kopf erscheint, ist noch nicht abschließend geklärt. Fachübersichten diskutieren unter anderem die Beteiligung des Trigeminusnervs. Dieser große Hirnnerv leitet Empfindungen aus Gesicht und Mundraum weiter. Auch Veränderungen des Blutflusses werden untersucht. Eine einfache, abschließend bewiesene Erklärung gibt es bislang jedoch nicht.
Langsamer genießen kann helfen
Die Geschwindigkeit und die Größe der gekühlten Fläche können beeinflussen, ob der Kältekopfschmerz ausgelöst wird. In der Fachliteratur wird beschrieben, dass Eiswasser häufiger oder intensiver provozieren kann als andere Kältereize. Wer empfindlich reagiert, kann kalte Speisen und Getränke langsamer aufnehmen und dem Mundraum Zeit zur Temperaturanpassung geben.
Fun Fact: Brain Freeze ist medizinisch klassifiziert. Der Schmerz wird jedoch nicht im Gehirn selbst ausgelöst, sondern beginnt mit einem Kältereiz im Bereich von Gaumen oder Rachen.












