Ein Paket wird ausgepackt, der Inhalt beiseitegelegt, und schon sitzt die Katze im leeren Karton. Was wie eine Marotte wirkt, passt zu einem grundlegenden Bedürfnis: Katzen nutzen geschützte Orte als Rückzugsmöglichkeit. Besonders gut untersucht ist dieser Effekt bei Katzen, die neu in einem Tierheim ankommen.
Verstecken erleichtert die Anpassung
In einer randomisierten kontrollierten Studie wurden 23 neu aufgenommene Tierheimkatzen entweder mit oder ohne Versteckbox untergebracht. Die Forschenden erfassten den Verhaltensstress während der ersten zwölf Tage mit einem etablierten Cat-Stress-Score. Bei allen Katzen nahm der Stress im Verlauf ab. Tiere mit Versteckbox erreichten jedoch schneller ein niedrigeres, stabiles Stressniveau als Katzen ohne Box.
Die Box verhinderte in dieser kleinen Studie allerdings keinen Gewichtsverlust. Auch bei Vermittlungsrate und Aufenthaltsdauer im Tierheim zeigte sich kein Unterschied. Die Ergebnisse belegen daher nicht, dass jeder Karton automatisch das Wohlbefinden jeder Hauskatze verbessert. Sie zeigen aber, dass eine Möglichkeit zum Verstecken in einer ungewohnten und belastenden Umgebung das Anpassungsverhalten unterstützen kann.
Nicht jeder Karton ist gleich
Warum Katzen im privaten Zuhause manchmal ausgerechnet sehr kleine Kartons wählen, wurde mit dieser Studie nicht untersucht. Aussagen zu Wärme, Jagdverhalten oder der vermeintlichen Vorliebe für möglichst enge Behälter wären daher zusätzliche Hypothesen. Belastbar ist vor allem: Ein abgegrenzter Rückzugsort kann Katzen helfen, Reize zu kontrollieren und sich zeitweise der Umgebung zu entziehen.
Fun Fact: Der Karton ist mehr als Spielzeug: In einer kontrollierten Tierheimstudie sank der beobachtete Verhaltensstress bei Katzen mit Versteckbox schneller als bei Tieren ohne eine solche Rückzugsmöglichkeit.












