Zunehmende Luftverschmutzung beeinträchtigt die Gesundheit
In den letzten Jahrzehnten hat die Luftverschmutzung weltweit zugenommen. Diese liegt vor, wenn sich schädliche Substanzen in der Luft befinden. Diese Stoffe können durch den Menschen verursacht worden sein, wie beispielsweise durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe. Die schädlichen Substanzen können aber auch durch natürliche Prozesse entstanden sein, wie beispielsweise durch Vulkanausbrüche. Die Luftverschmutzung verursacht vielfältige Probleme. Eine der bekanntesten Auswirkungen sind Atemprobleme, wie beispielsweise Asthma, aber auch die Entstehung von Herzerkrankungen und neurologische Erkrankungen wie Alzheimer wird durch sie gefördert.
Beeinflusst Luftverschmutzung auch die männliche Fertilität?
Infertilität ist ein verbreitetes Problem und betrifft circa 10-15 % der Paare. Sie ist definiert, als die Unfähigkeit, innerhalb von 12 Monaten trotz des Versuches ein Baby zu konzipieren. Etwa die Hälfte der Infertilitätsfälle betreffen den Mann. In letzter Zeit gibt es vermehrt Hinweise darauf, dass Luftverschmutzung auch die männliche Fertilität negativ beeinflussen könnte. Frühere Studien zeigten inkonsistente Ergebnisse diesbezüglich. Die vorliegende systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse zielte darauf ab, diese Lücke zu schließen und den Zusammenhang zwischen Außenluftverschmutzung und Spermienparametern zu untersuchen.
Übersichtsstudie untersuchte Einfluss von Luftverschmutzung auf männliche Fertilität
Die Autoren durchsuchten hierfür systematisch die gängigen Datenbanken nach Beobachtungsstudien, die den Einfluss von Außenluftverschmutzung auf Spermienparameter von erwachsenen Männern evaluierten. Am Ende wurden 17 Studien mit insgesamt 24.065 Teilnehmern eingeschlossen.
Luftverschmutzung hat negativen Einfluss auf Spermienparameter
Die Meta-Analyse ergab, dass die Spermienqualität durch Luftverschmutzung negativ beeinflusst wird. So ging eine höhere Exposition gegenüber Luftschadstoffen signifikant mit einer Reduktion des Spermavolumens, der Spermienkonzentration, der totalen und progressiven Beweglichkeit der Spermien und der normalen Morphologierate einher. Ferner stieg der DNA Fragmentationsindex mit zunehmender Luftverschmutzung.
Wie könnte die Luftqualität die Fertilität beeinträchtigen?
Die Autoren diskutieren verschiedene biologische Mechanismen, durch die Luftschadstoffe die Spermienqualität beeinträchtigen könnten. Eine Möglichkeit wäre über oxidativen Stress: So führen bestimmte Schadstoffe, wie Stickstoffdioxid, Feinstaub (PM2,5) und Ozon zu einer erhöhten Produktion reaktiver Sauerstoffspezies. Diese können unter anderem DNA-Schäden und Apoptose in Spermien verursachen. Ferner befördert PM2,5 verschiedene toxische Metalle, wie Cadmium, welche die Spermatogenese stören können. Sie enthalten auch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, welche Veränderungen der Spermien hervorrufen können. Sie können zudem direkt die Spermatogenese beeinträchtigen. Auf der anderen Seite können Luftschadstoffe systemische Entzündungen fördern, die die Spermienmotilität stören können.
Luftqualität sollte verbessert werden
Diese umfassende Analyse zeigt, dass die Außenluftverschmutzung signifikant mit einer Verschlechterung verschiedener Spermienparameter assoziiert ist. Die Forscher empfehlen daher, dass die öffentliche Gesundheitspolitik darauf abzielen sollte, die Luftqualität zu verbessern. Effektive Maßnahmen hierfür sehen die Wissenschaftler beispielsweise in der Einführung einer strengeren Regulation der Luftqualität, Entwicklung von Technologien zur Kontrolle der Luftverschmutzung sowie der Ausdehnung von städtischen Grünflächen. Ferner empfehlen sie Kampagnen, um die Menschen auf diese Probleme aufmerksam zu machen, so dass sie ihre Exposition gegenüber Luftschadstoffen reduzieren können.










