Definition
- Appendizitis ist die akute Entzündung des Wurmfortsatzes (Appendix vermiformis), häufig irrtümlich als "Blinddarmentzündung" bezeichnet
- Betroffen ist nur der Wurmfortsatz und nicht der gesamte Blinddarm.
- Die Erkrankung kann in jedem Lebensalter auftreten, tritt jedoch häufiger bei jüngeren Menschen auf.
Epidemiologie
- Häufigkeit: Weltweit 100 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner/Jahr; in Westeuropa 151/100.000
- Lebenszeitrisiko: 8,6% bei Männern, 6,7% bei Frauen
- Am häufigsten betroffen: Adoleszente Mädchen zwischen 13 und 17 Jahren
Pathogenese
- Hauptursache ist eine Obstruktion des Appendixlumens durch Kotsteine, Fremdkörper oder Tumoren.
- Die Obstruktion führt zu einem Sekretstau, erhöhtem Druck und letztlich zur Entzündung.
- Mögliche Komplikationen: Perforation, Abszesse, Peritonitis.
Klinik
- Zu Beginn oft unspezifische Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und diffuse Oberbauchschmerzen
- Typische Symptome: rechtsseitiger Druckschmerz, Loslassschmerz und Abwehrspannung im rechten Unterbauch
- Schmerzverlagerung vom Oberbauch in den rechten Unterbauch ist charakteristisch
Diagnostik
- Klinische Untersuchung: Anamnese, Palpation und typische Appendizitis-Zeichen
- Bildgebende Verfahren: Sonografie, ggf. CT oder MRT zur Abklärung
- Laboruntersuchungen: Erhöhte Leukozytenzahl und CRP-Wert
Therapie
- Standardbehandlung: Laparoskopische Appendektomie, besonders bei komplizierter Appendizitis
- Bei unkomplizierter Appendizitis kann auch eine antibiotische Therapie versucht werden.
- Prognose: Gute Heilungschancen bei rechtzeitiger Behandlung, Letalität bei unkomplizierter Appendizitis unter 0,001%
Prognose
- Heilungsaussichten sind bei rechtzeitiger Behandlung gut; die meisten Betroffenen erholen sich vollständig.
- Die Letalität bei unkomplizierter Appendizitis liegt unter 0,001%, bei perforierter Appendizitis etwa bei 1%










