Hashimoto-Thyreoiditis Kompakt

Dieser Beitrag bietet einen kompakten und strukturierten Überblick über das Krankheitsbild Hashimoto-Thyreoiditis, von der Definition der Erkrankung über Epidemiologie, Ursachen und Pathogenese, die Symptomatik, Diagnose sowie Therapie.

Hashimoto-Thyreoditis

Definition

  • Chronische Autoimmunerkrankung der Schilddrüse
  • Häufigste Thyreoditis in Jod-suffizienten Gebieten und häufigste Ursache für eine Hypothyreose

Epidemiologie

  • Auftreten vor allem bei Frauen mittleren Alters (Verhältnis Frauen: Männer 9:1)
  • Autoantikörper bei ca. 5% der Bevölkerung, aber nicht alle mit manifester Hypothyreose

Ursachen

  • Genetische Prädisposition
  • Umweltfaktoren, Stress, Jodeinnahme, Medikamente als mögliche Einflussfaktoren
  • Hormonelle Faktoren: häufiger bei Frauen, insbesondere nach der Geburt (postnatale Thyreoiditis bei etwa 5 - 10% der Schwangerschaften)

Pathophysiologie

  • T-Zell-vermittelte Autoimmunreaktion gegen Schilddrüsenzellen
  • Bildung von Antikörpern: Thyreoperoxidase-Antikörper (TPO-AK), Thyreoglobulin (TG-AK)
  • Chronische lymphozytäre Entzündung führt zur Destruktion und Atrophie des Schilddrüsengewebes
  • Übergang in anderen autoimmune Thyreopathien wie Morbus Basedow möglich

Symptome

  • Im Frühstadium oft asymptomatisch
  • Verlauf von euthyreoter Schilddrüsenfunktion über subklinische zu klinischer Hypothyreose
  • Mit zunehmender Gewebedestruktion Einsetzen von Hypothyreose-Symptomen wie Kälteempfindlichkeit, Obstipation, trockene Haut, Müdigkeit, Gewichtszunahme
  • Mögliche Vergrößerung der Schilddrüse (Struma)

Diagnostik

  • Laborparameter: TSH, fT3, fT4, AK-Nachweis (TPO-AK bei 90% der Patienten)
  • Sonographie (einschließlich Farbdoppleruntersuchung) zur Beurteilung des Schilddrüsengewebes (bei Hashimoto-Thyreoiditis diffus echoarm mit inhomogener Gewebestruktur)
  • Feinnadelbiopsie zur Abklärung bei auffälligen Befunden (Abgrenzung gegenüber Malignomen)

Therapie

  • L-Thyroxin-Substitution analog zur Hypothyreose-Therapie
  • Je schwerer die Hypothyreose, desto langsamer und mit geringer dosiert beginnen (Risiko kardialer Nebenwirkungen) und
  • Dosisanpassung basierend auf Laborparametern und subjektiven Symptomen des Patienten
  • Regelmäßige Kontrollen zur Überwachung der Therapie

Hier geht's zum Langtext Hashimoto-Thyreoditis

 

Autor:
Stand:
01.11.2023
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