Kompakt: Fachgesellschaften empfehlen RSV-Impfung für Hochrisikogruppen unter 60 Jahren

Im Sommer wurden RSV-Impfstoffe für Personen ab 60 Jahren zugelassen. Fachgesellschaften empfehlen nun auch die Impfung für Erwachsene jeden Alters mit bestimmten Vorerkrankungen oder Immunsuppression.

Fachgesellschaften empfehlen RSV-Impfung für Hochrisikogruppen unter 60 Jahren

RSV-Infektionen und ihre Bedeutung

  • RSV-Infektionen stellen weltweit eine wichtige Ursache für Atemwegsinfektionen dar, insbesondere bei vulnerablen Gruppen wie Neugeborenen und älteren Menschen.
  • Im Gegensatz zur Grippe gibt es keinen Praxistest für RSV bei Erwachsenen, was die Diagnose erschwert.
  • Die saisonale Häufung der Infektionen im Winter und nach COVID-19-Wellen unterstreicht die Notwendigkeit wirksamer Präventionsmaßnahmen.
  • Die Behandlung von RSV-Infektionen erfolgt hauptsächlich supportiv, und es gab bisher keine spezifische Therapie für Erwachsene.

Zulassung der RSV-Impfstoffe für Personen ab 60 Jahren

  • Im Sommer wurden die ersten RSV-Impfstoffe zugelassen, die für Personen ab 60 Jahren empfohlen sind.
  • Die Impfstoffe Arexvy und Abrysvo wurden in der EU zugelassen und basieren auf dem präfusionsstabilisierten F-Protein des Virus.
  • Die Zulassungsstudien zeigten hohe Effektivität bei der Verhinderung von schweren RSV-assoziierten Atemwegsinfektionen bei älteren Erwachsenen.
  • Die Impfstoffe sind gut verträglich und sicher.

Empfehlungen für RSV-Impfungen bei Erwachsenen jeden Alters

  • Mehrere medizinische Fachgesellschaften und Institutionen befürworten die Anwendung der RSV-Impfung bei  Erwachsenen jeden Alters mit bestimmten Vorerkrankungen oder Immunsuppression.
  • Personen mit malignen hämatologischen Erkrankungen, pulmonalen oder kardiovaskulären Vorerkrankungen und Immunschwäche gelten als besonders gefährdet.
  • Die Impfung außerhalb der Zulassung wird nach individueller Beratung empfohlen. 
  • Ziel ist die Reduzierung schwerer Verläufe und nachfolgender kardiovaskulärer Ereignisse.

Potenzieller Nutzen und Entlastung des Gesundheitssystems durch breiten Einsatz der RSV-Impfstoffe

  • Die Krankheitslast von RSV-Infektionen wird oft unterschätzt, und schwere Komplikationen können verzögert auftreten.
  • Die RSV-Krankheitslast wird oft unterschätzt, Morbidität und Mortalität sind ähnlich wie bei Influenza und Pneumokokken-Pneumonie.
  • Ein breiter Einsatz der Impfstoffe bei gefährdeten Bevölkerungsgruppen könnte die direkte Krankheitslast reduzieren, individuelle Krankheitsverläufe mildern und das Gesundheitssystem entlasten.
  • Die STIKO evaluiert derzeit die Datenlage zu den RSV-Impfstoffen, eine offizielle Empfehlung steht noch aus, aber die Kosten können bei der Krankenkasse beantragt werden.

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Stand:
17.11.2023
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