Problematik und Fragestellung
- Allogene Stammzelltransplantationen können für Patienten mit Leukämien, Lymphomen oder anderen schweren Erkrankungen lebensrettend sein.
- Vorbereitende Behandlungen mit Antibiotika und Chemotherapeutika sowie Ernährungsumstellungen führen häufig zu Komplikationen.
- Es kommt zur Schädigung des Darmmikrobioms, was sich unter anderem negativ auf die Immunabwehr auswirken kann.
- Bei Erwachsenen wurde bereits ein Zusammenhang zwischen der Diversität des Darmmikrobioms und dem Überleben nach einer Stammzelltransplantation gezeigt.
- Fragestellung der Studie: Gibt es auch bei Kindern einen solchen Zusammenhang?
Studiendetails
- In einer multizentrischen Studie wurden Stuhlproben von 90 Kindern untersucht, welche im Zeitraum zwischen 2013 und 2020 mindestens einmal vor und während einer allogenen Stammzelltransplantation genommen wurden.
- Basierend auf der Zusammensetzung des Darmmikrobioms wurden die Patienten in Gruppen mit hoher bzw. niedriger Diversität eingeteilt.
- Medianes Alter der überwiegend männlichen (59%) Patienten zum Zeitpunkt der Stammzelltransplantation betrug neun Jahre.
Ergebnisse der Studie und Mikrobiomdiversität
- Patienten zeigen besseres Gesamtüberleben mit hoher Mikrobiomdiversität.
- Eine höhere Diversität des Darmmikrobioms verringert das Risiko einer akuten Graft-versus-Host-Erkrankung.
- Anreicherung des Mikrobioms mit Bakterienstämmen wie Ruminococcaceae und Oscillospiraceae mit hoher Diversität assoziiert.
- Mikrobiom mit hohem Anteil an Enterococcaceae und Enterobacteriaceae wies eine niedrige Diversität auf.
Limitationen und Zukunftsperspektiven
- Geringe Probandenzahl und Varianz in den Behandlungsmethoden
- Altersspanne der Teilnehmer
- Entwicklung von Maßnahmen zur Verbesserung der Diversität als mögliche Zukunftsstrategie










