Nach sechs Monaten bereits mehr als 5.100 hitzebedingte Todesfälle

Die Hitzewelle bis Ende Juni hat in Deutschland nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) rund 5.120 hitzebedingte Todesfälle verursacht. Damit liegt die Zahl bereits zur Jahresmitte deutlich über den Gesamtjahreswerten der Jahre 2023 bis 2025; besonders betroffen sind ältere Menschen.

Älterer Mensch leidet unter Hitze

Berlin. Die außergewöhnlich hohen Temperaturen bis Ende Juni haben in Deutschland nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) zu rund 5.120 hitzebedingten Todesfällen geführt. Wie aus dem aktuellen Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität hervorgeht, entfielen allein auf die Kalenderwoche 26 (22. bis 28. Juni) etwa 4.310 hitzebedingte Todesfälle. Damit übersteigt die geschätzte Zahl bereits zur Jahresmitte die Gesamtjahreswerte der Jahre 2023 bis 2025. Laut RKI wurden für das gesamte Jahr 2025 etwa 2.600 hitzebedingte Todesfälle geschätzt, für 2024 rund 2.900 und für 2023 etwa 3.200.

Ältere Menschen ab dem 75. Lebensjahr tragen den größten Anteil

Die aktuelle Auswertung zeigt, dass ältere Menschen den weitaus größten Anteil der hitzebedingten Sterbefälle ausmachen. Nach Angaben des RKI entfallen mehr als 80 Prozent der geschätzten Todesfälle auf Menschen im Alter von über 75 Jahren. Besonders hoch ist die Belastung in der Altersgruppe ab 85 Jahren.

Bereits im Wochenbericht bis einschließlich Kalenderwoche 25 hatte das RKI eine deutliche Zunahme hitzebedingter Todesfälle in den höheren Altersgruppen beschrieben. Für diesen Zeitraum wurden kumulativ rund 810 hitzebedingte Todesfälle geschätzt, davon etwa 500 in der Altersgruppe der über 85-Jährigen. Mit der ausgeprägten Hitzewelle der darauffolgenden Woche stiegen die Schätzungen anschließend deutlich an.

Das Institut weist darauf hin, dass mit zunehmendem Alter verschiedene Faktoren die Anfälligkeit gegenüber Hitze erhöhen. Hierzu zählen unter anderem chronische Erkrankungen, eine eingeschränkte Fähigkeit zur Temperaturregulation sowie häufig auch die Einnahme mehrerer Arzneimittel. Dadurch steigt das Risiko für hitzebedingte gesundheitliche Komplikationen erheblich.

Warum die Zahl der Hitzetoten nur geschätzt werden kann

Das RKI betont, dass hitzebedingte Todesfälle nicht unmittelbar gezählt werden können. Anders als beispielsweise Infektionskrankheiten wird Hitze normalerweise nicht als Todesursache in der Todesbescheinigung vermerkt. In einzelnen Fällen kann ein Hitzeschlag unmittelbar tödlich verlaufen. Deutlich häufiger verstärkt Hitze jedoch bestehende Herz-Kreislauf-, Atemwegs- oder Stoffwechselerkrankungen und trägt so zum Tod bei.

Zur Abschätzung dieser hitzebedingten Todesfälle verwendet das Institut ein statistisches Modell, das die beobachtete Sterblichkeit mit der unter normalen Temperaturbedingungen zu erwartenden Sterblichkeit vergleicht. Zusätzlich fließen Temperaturmessungen des Deutschen Wetterdienstes ein. Die Ergebnisse werden als Schätzwerte mit entsprechenden Unsicherheitsbereichen angegeben. Das RKI weist darauf hin, dass sich die Werte durch Nachmeldungen der Sterbefälle noch verändern können.

2018 und 2019 mehr als 7.000 hitzebedingte Todesfälle pro Jahr

Die Zahl hitzebedingter Todesfälle schwankt laut RKI erheblich zwischen den einzelnen Jahren. Ausschlaggebend sind insbesondere Dauer, Intensität und zeitliche Abfolge von Hitzeperioden. Besonders hohe Werte wurden in Deutschland bislang in den Jahren 2018 und 2019 registriert. Damals wurden jeweils mehr als 7.000 hitzebedingte Todesfälle geschätzt. Auch in den Jahren 2020 und 2022 lagen die Schätzungen jeweils bei über 4.000 Todesfällen.

Demgegenüber fielen die Werte in den Jahren 2016, 2017 und 2021 deutlich niedriger aus. Für das Jahr 2024 schätzte das RKI bis zur Kalenderwoche 38 rund 3.000 hitzebedingte Todesfälle. Die nun für Ende Juni 2026 berechneten rund 5.120 Todesfälle liegen bereits über diesen Gesamtjahreswerten.

Autor:
Stand:
10.07.2026
Quelle:

Robert-Koch-Institut (RKI): Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität Kalenderwoche 26/2026 (22.06. bis 28.06.2026), zuletzt abgerufen am 10. Juli 2026
 

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