Prävention schwerer Atemwegserkrankungen durch mRNA-Impfstoffe

Infektionswellen durch Influenza, SARS-CoV-2 und RSV belasten das Gesundheitssystem jedes Jahr erheblich. Die mRNA-Technologie gilt als vielversprechender Ansatz für eine gezieltere und effizientere Prävention, insbesondere bei älteren Menschen.

mrna

Anlässlich der Weltimpfwoche 2025 unterstreicht das Biotechnologie-Unternehmen Moderna die Bedeutung moderner Präventionsmaßnahmen. Im Fokus stehen mRNA-Impfstoffe, die eine wichtige Rolle bei der Prävention von schweren Atemwegserkrankungen wie Influenza, COVID-19 und dem Respiratorisches Synzytial-Virus (RSV) spielen können - insbesondere bei älteren Menschen, die häufiger von schweren Verläufen betroffen sind.

Influenza-Impfquoten weiterhin deutlich unter Zielwert

Aktuelle Daten der KV-Impfsurveillance des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen: In der Influenzasaison 2023/2024 waren nur 38,2 % der über 60-Jährigen in Deutschland gegen Influenza geimpft. In der Altersgruppe der 60- bis 69-Jährigen waren es sogar nur 28,8 %. Damit liegt Deutschland weit unter dem von der Weltgesundheitsorganisation und der Europäischen Kommission empfohlenen Zielwert von 75 % für ältere Menschen.

Im Jahr 2023 wurden in Deutschland mehr als 250.000 Menschen im Alter von 60 Jahren und älter aufgrund von Influenza oder einer Pneumonie im Krankenhaus behandelt. Studien zeigen, dass eine Impfung das Risiko für schwere Verläufe deutlich senken kann. Hinzu kommen zusätzliche Belastungen durch SARS-CoV-2 und RSV. Angesichts einer alternden Bevölkerung ist die Schließung bestehender Impflücken von großer gesundheits- und versorgungspolitischer Relevanz.

mRNA-Technologie in der Impfstoffentwicklung

Die mRNA-Technologie hat sich in der Pandemie bewährt und neue Maßstäbe in der Impfstoffentwicklung gesetzt. mRNA-Impfstoffe kodieren für ein virales Oberflächenantigen, das nach Applikation von körpereigenen Zellen exprimiert wird. Nach kurzer Zeit wird die mRNA vollständig abgebaut. Das Immunsystem erkennt das Antigen und entwickelt eine spezifische Immunantwort.

Da mRNA-Impfstoffe keine vermehrungsfähigen Viren enthalten und keine Wirkverstärker benötigen, gelten sie nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand als gut verträglich. Wie bei allen Impfstoffen können in seltenen Fällen Nebenwirkungen auftreten, die in der Fachinformation aufgeführt sind. Sie können auch bei immungeschwächten Personen eingesetzt werden, sofern keine Kontraindikationen bestehen. Die Sicherheitsprofile der mRNA-basierten Impfstoffe werden kontinuierlich von Behörden wie dem Paul-Ehrlich-Institut überwacht und sind durch umfangreiche Daten aus der Praxis belegt.

Anpassung an neue Erregervarianten und Kombinationsimpfstoffe

Ein entscheidender Vorteil der mRNA-Technologie ist ihre schnelle Anpassungsfähigkeit. Neue Impfstoffe können in kurzer Zeit hergestellt und an veränderte Erregervarianten angepasst werden. In Europa befinden sich derzeit rund 50 mRNA-basierte Impfstoffkandidaten in der klinischen Entwicklung, viele davon mit Fokus auf Atemwegserkrankungen bei Erwachsenen.

Ein weiterer Innovationsschwerpunkt ist die Entwicklung von Impfstoffen zur gleichzeitigen Vorbeugung gegen mehrere Erreger. Ziel ist es, beispielsweise die Immunisierung gegen Influenza und COVID-19 in einem Impfstoff zu kombinieren. Dies könnte die Impfprozesse vereinfachen, die Impfrate erhöhen und das medizinische Personal entlasten. Derzeit befinden sich solche Kombinationsimpfstoffe in klinischer Prüfung. Ob und wann sie zugelassen werden, hängt von der Evidenzlage und regulatorischen Entscheidungen ab.

mRNA-Forschung: Perspektiven in Onkologie und seltenen Erkrankungen

Neben der Prävention von Infektionskrankheiten untersucht die Forschung zunehmend den Einsatz der mRNA-Technologie in weiteren medizinischen Indikationen. Dazu gehören beispielsweise Tumoren, Autoimmunerkrankungen und seltene genetische Erkrankungen. Damit könnte dieser Ansatz langfristig auch neue therapeutische Möglichkeiten eröffnen.

Aufruf zu gezielter Impfaufklärung

Experten fordern eine verbesserte Aufklärung und den niedrigschwelligen Zugang zu Impfungen. Eine verbesserte Kommunikation mit älteren Patienten sowie strukturierte Impfangebote könnten dazu beitragen, bestehende Impflücken zu schließen. Entscheidend sei eine enge Zusammenarbeit zwischen öffentlichem Gesundheitswesen, medizinischer Praxis und forschenden Unternehmen.

Schutz durch Aufklärung und moderne Impfstoffe

Die aktuellen Zahlen zur Influenza-Impfquote zeigen, dass noch nicht alle Menschen mit erhöhtem Risiko erreicht werden und Aufklärung sowie niedrigschwellige Impfangebote weiterhin wichtig sind. Die mRNA-Technologie bietet aufgrund ihrer flexiblen Anwendbarkeit, guten Verträglichkeit und zukunftsorientierten Entwicklung eine vielversprechende Perspektive. Der konsequente Einsatz innovativer Impfstoffe ist notwendig, um besonders gefährdete Gruppen wirksam zu schützen und das Gesundheitssystem nachhaltig zu entlasten. Die Impfentscheidung sollte individuell im ärztlichen Gespräch unter Berücksichtigung des persönlichen Risikoprofils und der aktuellen Empfehlungen getroffen werden.

Autor:
Stand:
26.05.2025
Quelle:
  1. Moderna, Pressemitteilung, April 2025.
  2. Robert Koch-Institut, Datensatz, 29.04.2025.
  3. Robert Koch-Institut, Gesundheitsberichterstattung, 17. Dezember 2024.
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