Hintergrund
In Europa wurde der erste auf die Omikron-Sublinie XBB.1.5 angepasste Covid-19-Impfstoff zugelassen. Nachdem der Expertenausschuss der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) die Zulassung des weiterentwickelten Corona-Impfstoffs von BioNTech/Pfizer genehmigt hat, stimmte jetzt auch die Europäische Kommission zu. Die aktualisierte Vakzine soll besser auf die derzeit kursierenden SARS-SoV-2-Varianten abzielen und vor schweren Erkrankungsverläufen schützen [1].
Auffrischimpfungen nur noch für Risikogruppen
Wie schon bei den anderen Covid-19-Impfstoffen bestimmen die nationalen Behörden über dessen Einsatz. Hierzulande empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) Auffrischimpfungen nur noch bestimmten Gruppen. Dazu gehören etwa Menschen ab 60 Jahre, Personen mit relevanten Grunderkrankungen ab einem Alter von sechs Monaten, Beschäftige und Bewohner in Pflege- und Gesundheitseinrichtungen sowie Angehörige von Risikopatienten. Der bevorzugte Impfzeitpunkt ist der Herbst. Seit der letzten Covid-19-Impfung oder SARS-CoV-2-Infektion sollten mindestens zwölf Monate vergangen sein [2].
Neuer Covid-19-Impfstoff in Kürze verfügbar
Der angepasste Covid-19-Impfstoff wird voraussichtlich ab dem 18. September in Arztpraxen und Apotheken erhältlich sein. Apotheken haben bis zum 12. September Zeit, Bestellungen für Arztpraxen und den Eigenbedarf an Impfstoffen beim pharmazeutischen Großhandel aufzugeben, wie Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbands Nordrhein, gegenüber der "Rheinischen Post" erklärte [3]. Diesen Tag hatte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bereits im August als Termin für die Verfügbarkeit in Praxen genannt. Läuft alles nach Plan, können die Impfungen in Kürze beginnen.
Anstieg von SARS-CoV-2-Infektionen in Deutschland hält an
Wie das RKI vermeldet, steigt die Zahl der im Labor bestätigten SARS-CoV-2-Infektionen seit etwa sieben Wochen an. In der vergangenen Woche (21. bis 27. August) wurden bundesweit 4.760 Fälle registriert [4]. Im Gegensatz zu pandemischen Spitzenwerten erscheint das nicht besonders hoch. Da während der Pandemie aber deutlich mehr getestet wurde, sind die Zahlen nicht direkt miteinander vergleichbar.
Experten gehen zwar von einer hohen Dunkelziffer an Infizierten aus, Grund zur Panik gäbe es aber nicht. Laut dem aktuellen Wochenbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) liegt die Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen noch „auf einem niedrigen Sommerniveau“, wenngleich ein früherer Anstieg als in den Vorjahren beobachtet wurde [4].
Schutz vor Atemwegserkrankungen im Herbst: Masken und Impfungen im Fokus
Janosch Dahmen, der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, blickt mit Sorge auf die Südhalbkugel, wo die Infektionszahlen bei Grippe- und Corona-Erkrankungen deutlich angestiegen sind.
„Es mehren sich Hinweise, dass in der kommenden Herbst-Winter-Saison die Belastung im Gesundheitswesen aufgrund von akuten respiratorischen Infektionen wieder deutlich zunehmen könnte“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Um sich vor akuten Atemwegserkrankungen zu schützen, kann es auch in diesem Herbst sinnvoll sein, in Pflegeeinrichtungen, Kliniken und anderen Teilen des Gesundheitswesens eine Schutzmaske zu tragen“, so Dahmen.
Weiterhin sollten ältere Menschen und Risikopatienten nach ärztlicher Rücksprache ihren Impfschutz auffrischen. Das betreffe insbesondere auch die Grippeschutzimpfung [5].