Die atopische Dermatitis (AD) ist eine schubweise verlaufende, entzündliche Hauterkrankung mit quälendem Juckreiz. Sie ist die häufigste chronische Hauterkrankung im Kindesalter, wobei v. a. der Juckreiz zu starken Belastungen führt. Bei ca. einem Drittel der Betroffenen verschwindet die Erkrankung mit der Zeit von selbst. Bei anderen verschiebt sich die Symptomatik, wobei es zur Entwicklung von Heuschnupfen oder Asthma kommen kann [1].
Kognitive Beeinträchtigung bei atopischer Dermatitis
AD bei Kindern wird mit Schlafstörungen, Unaufmerksamkeit, Lernschwächen und kognitiven Beeinträchtigungen in Verbindung gebracht. Ob dabei bestimmte Untergruppen anfälliger sind, ist bisher unbekannt. Frühere Studien haben sich häufig auf die von den Betreuern angegebenen Diagnosen einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) oder einer Entwicklungsverzögerung als Näherungswerte für eine kognitive Dysfunktion gestützt, anstatt die Symptome einer kognitiven Beeinträchtigung zu untersuchen. Eine amerikanische, bevölkerungsgezogene Studie hat daher nun den Zusammenhang zwischen AD und Lern- bzw. Gedächtnisschwierigkeiten untersucht und ob dieser Zusammenhang je nach (Nicht-) Vorhandensein von komorbiden neurologischen Entwicklungsstörungen variiert [2].
Neurologische Entwicklungsstörungen bei atopischer Dermatitis
Von den insgesamt 69.732.807 gewichteten Teilnehmern (Kinder, max. 17 Jahre alt, ohne geistige Behinderung oder Autismus) hatten 9.223.013 (13,2%) eine AD. Bei Kindern mit AD war die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie einer schwarzen oder nicht-hispanischen Rasse bzw. Ethnie angehörten, einen schlechteren Gesundheitszustand hatten und an einer anderen Atopie litten. Im Vergleich zu Kindern ohne AD traten bei AD alle der drei folgenden neurologischen Entwicklungsstörungen häufiger auf: ADHS (11,3% vs. 7,2%), Entwicklungsverzögerung (7,8% vs. 4,1%) und Lernbehinderung (7,5% vs. 4,5%). Kinder mit AD hatten außerdem insgesamt häufiger Lernschwierigkeiten und Schwierigkeiten mit dem Gedächtnis.
Lernschwierigkeiten und Gedächtnisstörungen
Bei Kindern mit AD und neurologischen Entwicklungsstörungen zeigten 58,7% keine Lernschwierigkeiten, im Gegensatz zu 96,4% der Kinder mit AD, aber ohne neurologische Entwicklungsstörungen. Ähnlich sah es im Bereich Gedächtnisstörungen aus: 60,4% der Kinder mit AD und anderen neurologischen Entwicklungsstörungen gaben keine Gedächtnisprobleme an, während dies bei 96,3% der Kinder mit AD ohne solche Störungen der Fall war. Ein höheres Alter wurde außerdem mit einer leicht erhöhten Wahrscheinlichkeit von Lern- und Gedächtnisschwierigkeiten in Verbindung gebracht. Bei Kindern ohne neurologische Entwicklungsstörungen gab es zudem keine signifikanten Zusammenhänge zwischen AD und Gedächtnis- oder Lernschwierigkeiten.







