Hautkrebs gehört zu den häufigsten malignen Erkrankungen in Deutschland. Nach aktuellen Daten erkrankten im Jahr 2023 rund 243.000 Menschen an hellem Hautkrebs (Basaliome und Plattenepithelkarzinome) und mehr als 27.000 an malignem Melanom. Bereits 2020 zählten maligne Melanome mit 11.320 Neuerkrankungen bei Frauen und 12.240 Fällen bei Männern zu den häufigsten Krebsarten.
Vor diesem Hintergrund kommt der Früherkennung eine zentrale Rolle zu. Insbesondere das maligne Melanom weist im Frühstadium gute Behandlungschancen auf, während fortgeschrittene Stadien mit einer deutlich schlechteren Prognose verbunden sind.
Der im Jahr 2025 veröffentlichte BARMER-Arztreport analysiert umfassend die Nutzung und Effekte des Hautkrebs-Screenings in Deutschland. Die Auswertung basiert auf Routinedaten von Versicherten ab 35 Jahren im Zeitraum von 2008 bis 2023 und umfasst mehr als zehn Prozent der Bevölkerung sowie mehr als elf Prozent aller GKV-Versicherten in Deutschland.
70 % der Anspruchsberechtigten verzichten auf Screening
Seit 2008 haben gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren Anspruch auf ein zweijährliches Hautkrebs-Screening. Dennoch zeigen die aktuellen Daten eine anhaltend niedrige Inanspruchnahme.
In den Jahren 2022 und 2023 nahmen lediglich rund 28 % der Anspruchsberechtigten an der Früherkennungsuntersuchung teil. Etwa 70 % – rund 34 Millionen Menschen – nutzten das Angebot nicht.
Diese Zahlen verdeutlichen eine erhebliche Diskrepanz zwischen verfügbarem Präventionsangebot und tatsächlicher Nutzung.
Teilnahme variiert nach Alter, Geschlecht und Bildungsniveau
Die Auswertung zeigt deutliche Unterschiede in der Nutzung des Screenings zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen.
Bei jüngeren Erwachsenen im Alter von 35 bis 39 Jahren nahmen Frauen häufiger teil als Männer (23,3 % vs. 16,6 %). In höheren Altersgruppen kehrt sich dieses Verhältnis um: Bei den 80- bis 84-Jährigen lag die Teilnahmequote bei Männern bei 33,7 % und bei Frauen bei 29,9 %.
Neben dem Alter spielt auch der Bildungsgrad eine Rolle. Personen mit höherem Bildungsniveau nahmen deutlich häufiger am Screening teil als Versicherte mit niedrigerer formaler Bildung.
Geringe Teilnahme und klare Unterschiede zwischen Bevölkerungsgruppen prägen das Gesamtbild
Die Analyse zeigt eine anhaltend niedrige Inanspruchnahme des Hautkrebs-Screenings trotz breiter Verfügbarkeit. Gleichzeitig werden klare Unterschiede zwischen Bevölkerungsgruppen sichtbar. Vor dem Hintergrund steigender Fallzahlen unterstreichen diese Ergebnisse die weiterhin zentrale Rolle der Früherkennung in der Versorgung.










