Hautkrebs zählt zu den häufigsten berufsbedingten Krebserkrankungen weltweit. Besonders der nicht-melanozytäre Hautkrebs (NMSC), umgangssprachlich als „weißer Hautkrebs“ bekannt, ist ein erhebliches Risiko für Beschäftigte im Freien. Hierzu zählen Basalzell- und Plattenepithelkarzinome.
Laut Schätzungen der WHO und der Weltarbeitsorganisation (ILO) ist etwa ein Drittel aller Todesfälle durch NMSC auf UV-Strahlung am Arbeitsplatz zurückzuführen. Besonders in Zeiten des Klimawandels und steigender UV-Exposition verschärft sich die Lage. Über 1,6 Milliarden Menschen sind global im Berufsleben UV-Strahlung ausgesetzt, was das Risiko für Hautkrebs deutlich erhöht.
Internationale Initiative für mehr Sichtbarkeit und politische Änderungen
Vor diesem Hintergrund fand am 4. April 2025 der 4. Multi-Stakeholder Summit on Occupational Skin Cancer im Rahmen des EADO Congress und des World Congress of Melanoma in Athen statt. Unter dem Motto „Occupational Skin Cancer: The Sleeping Giant“ diskutierten internationale Fachleute, politische Entscheidungsträger und Vertreter von UN-Organisationen über Strategien zur Bekämpfung von UV-bedingtem Hautkrebs als Berufskrankheit.
Organisiert wurde das Treffen von Prof. Dr. Swen Malte John (Universität Osnabrück), unterstützt von namhaften Organisationen wie der International League of Dermatological Societies (ILDS) und der European Academy of Dermatology and Venereology (EADV).
Prävention als Schlüssel: Schutzmaßnahmen und Kostenersparnis
Ein zentrales Ergebnis des Summits: Prävention ist der wirksamste Ansatz zur Bekämpfung von beruflich bedingtem Hautkrebs.
Dazu zählen:
- Technische Maßnahmen wie Verschattungen,
- Schutzkleidung und Sonnenschutzmittel,
- Arbeitszeitmodelle, die UV-Exposition minimieren,
- Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen,
- Schulungen für gefährdete Berufsgruppen.
Diese Maßnahmen sind nicht nur medizinisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll. Laut Prof. Dr. Matthias Augustin (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) verursachen Hautkrebserkrankungen in Europa jährlich mindestens 5,6 Milliarden Euro an direkten und indirekten Kosten. Frühzeitige Prävention kann diese Ausgaben deutlich reduzieren.
Vorbild Australien: Erfolg durch konsequente UV-Prävention
Ein positives Beispiel liefert Australien, mit jahrzehntelangen Aufklärungskampagnen, wie der „Slip, Slop, Slap, Seek, Slide“-Kampagne, und gesetzliche Verpflichtungen zur UV-Prävention haben dort die Inzidenz von Hautkrebserkrankungen signifikant gesenkt.
Bemerkenswert ist auch, dass Sonnenschutzmittel für Freiluftarbeiter steuerlich absetzbar sind – ein Ansatz, der auch in Europa diskutiert wird.
Was empfiehlt die australische Kampagne?
- Slip: Kleidung überziehen.
- Slop: Sonnenschutz auftragen.
- Slap: Kopfbedeckung tragen.
- Seek: Schatten suchen.
- Slide: Sonnenbrille tragen.
Anerkennung als Berufskrankheit: Ein internationaler Trend
Neben der Schweiz haben auch Belgien, Rumänien und zuletzt Österreich diese Erkrankung offiziell in ihre Systeme integriert. Andere Länder, darunter Griechenland, stehen unter wachsendem Druck, diesem Beispiel zu folgen.
Fazit: Handlungsbedarf auf globaler Ebene
Die Kombination aus steigender UV-Exposition, wirtschaftlicher Belastung und unzureichender Anerkennung als Berufskrankheit erfordert entschlossenes Handeln.
Prävention bleibt der wichtigste Hebel, um Erkrankungen zu verhindern und die gesundheitliche sowie wirtschaftliche Last zu reduzieren.









