Psoriasis beeinflusst Fertilität und Risiko für Fehlgeburten

Frauen, die an Psoriasis leiden, haben im Vergleich zu gesunden Frauen der gleichen Altersgruppe eine geringere Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden. Wie eine große britische Kohorten-Studie ergeben hat, ist nicht nur die Schwangerschaftsrate vermindert, auch das Risiko für eine Fehlgeburt steigt, wenn die Schwangere unter Schuppenflechte leidet.

Schwangere beim Arzt

Frauen mit Psoriasis weisen im Vergleich zu gesunden Frauen eine verringerte Fruchtbarkeit und ein geringfügig erhöhtes Fehlgeburtsrisiko auf. Dies kann es betroffenen Frauen erschweren, ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Hinzu kommen psychologische Hürden: viele Betroffene fühlen sich durch ihre Läsionen stigmatisiert und leiden unter Schamgefühlen, die Partnersuche kann erschwert sein.

KHK und Entzündungen senken Fertilität

Darüber hinaus gibt es auch medizinische Herausforderungen. Komorbiditäten wie das metabolische Syndrom und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind bei Patienten mit Psoriasis häufiger und können mit Schwangerschaftskomplikationen verbunden sein.  Beispielsweise wird bei Psoriasis vermutet, dass proinflammatorische Zytokine Endothelzellen so beeinflussen, dass es zu systemischer und plazentarer Vaskulopathie kommt. Zudem muss bei bestimmten System-Therapien eine effiziente Verhütung sichergestellt werden, weil teratogene Auswirkungen zu befürchten sind.

Große Kohortenstudie zur Geburtenrate

Wie genau tatsächlich die Geburtenrate bei Frauen mit Psoriasis aussieht und wie hoch die Risiken für Geburtskomplikationen sind, wurde in einer umfangreichen Kohortenstudie untersucht. Bisherige Studien hatten oft nur kleine Stichproben untersucht, die keine verlässliche Aussage ermöglichten.

Das wollte eine Studiengruppe aus Manchester (Großbritannien) nun ändern: Für ihre bevölkerungsbasierte Kohortenstudie wurden die Daten von 6.223.298 Patientinnen im gebärfähigen Alter (15-44 Jahre) gescreent und 63.681 Patienten mit Psoriasis identifiziert. Für jede dieser Patientinnen mit Psoriasis wurden fünf Patientinnen nach Alter zugeordnet, das heißt insgesamt wurden den Psoriasis-Patientinnen 318.405 gematchte Patientinnen gegenübergestellt. Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 4,1 Jahre.

Fertilität um ein Viertel verringert

Patientinnen mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis haben eine um etwa 25% verringerte Fertilitätsrate. Trat bei den Schuppenflechte-Patientinnen eine Schwangerschaft ein, war das Risiko für eine Fehlgeburt im Vergleich zu den Kontroll-Patientinnen leicht erhöht. Die Risiken für vorgeburtliche Blutungen, Präeklampsie oder Gestationsdiabetes waren dagegen bei den Psoriasis-Patientinnen nicht höher als bei den Vergleichspersonen.

Nach Fehlgeburtsursachen forschen

Die Autoren betonen die Notwendigkeit weiterer Studien, um die Mechanismen zu erforschen, die dem erhöhten Fehlgeburtsrisiko bei Patientinnen mit Psoriasis zugrunde liegen. Darüber hinaus müsse untersucht werden, ob ein besseres Management der Psoriasis und eine engmaschige Überwachung der Patientinnen in der Schwangerschaft das Fehlgeburtsrisiko senken könnte.

Autor:
Stand:
26.07.2023
Quelle:

Chen T et al. (2023): Fertility Trends and Adverse Pregnancy Outcomes in Female Patients With Psoriasis in the UK. JAMA Dermatol. Published online June 07, 2023. DOI: 10.1001/jamadermatol.2023.1400

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