UV-Therapie bleibt auch in aktualisierter Leitlinie unverzichtbar

Von Psoriasis bis Mycosis fungoides: Die aktualisierte Leitlinie zeigt, warum UV-Therapie und Photochemotherapie weiterhin einen festen Platz im therapeutischen Spektrum der Dermatologie haben.

Phototherapie

Trotz der zunehmenden Verfügbarkeit hochwirksamer Biologika und anderer Systemtherapeutika bleibt die UV-Therapie ein zentraler Bestandteil der dermatologischen Behandlung. Die aktualisierte S1-Leitlinie „Empfehlungen zur UV-Therapie und Photochemotherapie“ unterstreicht ihre Bedeutung bei zahlreichen entzündlichen, sklerosierenden und lymphoproliferativen Hauterkrankungen. Eingesetzt wird sie unter anderem bei Psoriasis, atopischer Dermatitis, Vitiligo, chronischem Pruritus, Sklerodermie sowie kutanen T-Zell-Lymphomen. Die Leitlinie betont dabei, dass die Therapie bei sachgerechter Anwendung durch erfahrene Dermatologen wirksam, sicher und vergleichsweise kostengünstig ist.

Moderne Verfahren mit differenzierten Einsatzgebieten

Die Leitlinie beschreibt die verschiedenen Modalitäten der Phototherapie detailliert und praxisnah. Neben der klassischen UVB-Therapie werden insbesondere Schmalband-UVB mit 311 nm, UVA1 sowie die Photochemotherapie mit Psoralenen und UVA-Strahlung (PUVA) behandelt. Die unterschiedlichen Verfahren unterscheiden sich hinsichtlich Eindringtiefe, Wirkmechanismus und Indikationsspektrum. Während Schmalband-UVB heute für viele Erkrankungen als Standard gilt, spielen UVA1 und PUVA insbesondere bei tieferen dermalen Prozessen und bestimmten lymphoproliferativen Erkrankungen eine wichtige Rolle.

Präzise Empfehlungen für häufige Indikationen

Ein Schwerpunkt der aktualisierten Leitlinie liegt auf der differenzierten Bewertung einzelner Indikationen. Für die atopische Dermatitis werden Schmalband-UVB und UVA1 besonders empfohlen, während bei Psoriasis sowohl Schmalband-UVB als auch PUVA hohe Wirksamkeit zeigen. Bei Mycosis fungoides zählt die UV-Therapie weiterhin zu den bevorzugten Behandlungsoptionen und wird in aktuellen krankheitsspezifischen Leitlinien als wichtige Therapieform geführt. Darüber hinaus werden Empfehlungen für Erkrankungen wie Handekzem, Lichen sclerosus, Prurigo, Vitiligo oder zirkumskripte Sklerodermie gegeben, wodurch die Leitlinie einen umfassenden Überblick über das aktuelle Anwendungsspektrum bietet.

Wirkmechanismen und Sicherheitsaspekte im Fokus

Die therapeutischen Effekte der UV-Strahlung beruhen auf komplexen immunologischen und zellbiologischen Mechanismen. Dazu zählen die Induktion von Apoptose entzündlicher T-Zellen, die Modulation proinflammatorischer Zytokine sowie antifibrotische Effekte durch Einfluss auf den Kollagenstoffwechsel. Gleichzeitig widmet die Leitlinie der sicheren Anwendung breiten Raum und behandelt Kontraindikationen, Schutzmaßnahmen für Haut und Augen sowie besondere Situationen wie Schwangerschaft, Kindesalter und Heimtherapie. Damit liefert sie praxisrelevante Handlungsempfehlungen für eine risikoarme Durchführung der Behandlung.

Relevanz für Klinik und Praxis

Die Aktualisierung macht deutlich, dass die UV-Therapie auch künftig einen festen Platz im therapeutischen Arsenal der Dermatologie einnimmt. Neben ihrer klinischen Wirksamkeit sprechen die gute Verträglichkeit und die vergleichsweise niedrigen Behandlungskosten für ihren Einsatz. Zusätzlich gewinnt die Phototherapie durch gesundheitspolitische Entwicklungen an Bedeutung, da sie mittlerweile zu den strukturellen Voraussetzungen zählt, die dermatologische Kliniken für bestimmte Leistungsgruppen nachweisen müssen. Die neue Leitlinie bietet damit nicht nur eine wissenschaftlich fundierte Orientierung, sondern stärkt zugleich das Bewusstsein für eine Therapieform, die trotz innovativer Arzneimittel weiterhin unverzichtbar bleibt. 

Autor:
Stand:
10.06.2026
Quelle:
  1. Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG): Aktualisierte Leitlinie zu UV-Therapie und Photochemotherapie: Eine wirksame, schonende und kostengünstige Therapie für zahlreiche Hauterkrankungen. Pressemitteilung, 20.05.2026
  2. Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG): Empfehlungen zur UV-Therapie und Photochemotherapie. S1-Leitlinie, Version 5.0, 2026.
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